Die Sache mit dem Schlafen 2

Im Moment macht es mich wieder verrückt, diese Schlaflosigkeit. In der letzten Woche habe ich insgesamt vielleicht 10 Stunden geschlafen, echt nicht geil, vorallem wenn man morgens Termine hat und dann um 7 einschläft und um 8 wieder aufstehen muss. Den einen Abend bin ich abends um 10 eingeschlafen, nachdem ich fast 40 Stunden wach war, und dachte, ich kann endlich mal wieder ne Nacht durchschlafen. Pustekuchen. Um halb 1 war ich wach. Hellwach und doch müde. Ich bin dann morgens um 7 wieder eingeschlafen und musste um 9 wieder aufstehen, weil ich Termine hatte. Zum totärgern. Ich bin kaum noch aufnahmefähig, habe wieder jeden Tag Kopfschmerzen der feinsten Art, wo auch keine Tabletten mehr helfen und kämfe mich so durch den Tag. Ich mag die Nacht ja, bin da gerne wach, aber irgendwann würde ich dann doch mal gerne schlafen.. und natürlich kreisen meine Gedanken dann, ich grübel viel, denke nach, werde traurig, Hass kommt auf, der Drang zum Selbstverletzen, alles mögliche negative eben. Und wenn ich dann mal ein bisschen schlafen, träume ich den größten Scheiß. Es ist so anstrengend und schlaucht total. Und ich kriege nichts mehr hin. Dadurch dass ich dann immer vormittags schlafe, kann ich nirgends anrufen. Und das Amt hat leider immer nur so bis Mittag offen. Das ist zum schreien. Ich habe da keine Lust mehr drauf…

Lebensmut ist wieder da :)

Ich bin wieder ein wenig aus dem Loch raus, mir geht es besser und ich bin optimistischer und kämpfe wieder 🙂
Wodurch der Wandel kam, kann ich euch allerdings nicht sagen. Ich weiß es nicht 😀

Ich war heute beim Jobcenter, nachdem ich gestern dort angerufen habe und mich erkundigt habe, was ich alles für den Antrag brauche. Da war ich erstmal genervt und angepisst, ich habe 2 1/2 Stunden versucht da anzurufen, bis dann mal jemand dran gegangen ist.  Der nette Mann sagte mir dann erstmal, dass der Antrag im Internet nicht der aktuellste sei. Ich solle mir zu den Öffnungszeiten einen aktuellen abholen, was ich dann heute tat. Er hat mir erklärt, wie das alles abläuft und was ich alles brauche. Was für Nachweise, Unterlagen etc. War echt nett, dafür dass so viele immer über das Amt fluchen. Ich habe dann gefragt, wie das dann mit der Wohnung läuft, und als er mir das alles grob erklärt hatte, fragte er mich, ob ich schon eine in Aussicht hätte. Ich hab dann gesagt, dass ich eine echt gute und passende gesehen hätte, in G., da sagte er dann, dass ich dort zum Jobcenter muss! Menno. Das hätte er mir ja auch mal am Telefon sagen können. Aber gut, er war wenigstens nett und hat mir trotzdem alle weiteren Fragen beantwortet. Ich glaube, er war nicht viel älter als ich. Er hat dann gesagt, ich solle nochmal in G. anrufen und fragen, ob die noch was anderes brauchen und hat mir dann schonmal die Sachen gegeben, die dort auf jeden Fall auch gleich sind. Und hat mir die Telefonnummern gegeben. Ich bin dann abgedampft, halbwegs befriedigt, aber ich habe mich schonmal ein kleines Stück weiter gefühlt in Sachen ausziehen. Morgen muss ich dann in G. anrufen und nachfragen und mir einen Termin machen. Und dann will ich bei dem Vermieter anrufen, weil ich wissen möchte, ob die Wohnung nun zum 1.10. frei ist oder ab sofort. In der Anzeige steht nämlich irgendwie beides. Und dann muss ich abklären, wie das mit der Kaution und Courtage läuft, ob das irgendwie geht, wie auch immer. Ich möchte die Wohnung echt gerne haben. Aber ich darf mich auch nicht drauf versteifen… gerade jetzt, wo alle Studenten in die Stadt kommen.

Danach bin ich zu meiner Therapeutin gefahren. Nach der Email von ihr hatte ich ja Angst. Auch, dass sie nicht mehr mit mir zusammen arbeiten möchte und mir nicht mehr helfen möchte. Es wäre ein Weltuntergang gewesen. Aber ganz unrecht hatte ich nicht…
Sie fing irgendwann an, dass unser Stundenbudget bald wieder aufgebraucht sei und sie wieder eine Verlängerung schreiben müsste. MÜSSTE. Das hat mir schonmal Angst gemacht… dann ging es weiter. Sie sagte, sie würde dies nur tun, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern würden. So wäre psychotherapeutisch bei mir im Moment nichts zu machen. Und dann machte sie eine Pause. Ich wusste nicht, ob ich warten soll, bis sie weiter redet, heulen soll, weg laufen, ausraste oder sonst was. Weil ich so lange überlegt habe, wie ich reagiere, hat sie weiter geredet, bis ich reagieren konnte. Gott sei dank. Wäre sonst ganz schön peinlich geworden. Sie meinte, mit Rahmenbedingungen meinte sie, dass ich von zu Hause ausziehe. Puuuh. Dachte schon, ich wäre ein hoffnungsloser Fall oder zu stur oder hätte was falsch gemacht oder sonst was… Aber da ich ja bald ausziehe (was übrigens ganz schnell gehen kann. Muss nicht, aber kann), brauche ich mir Gott sei dank keine Sorgen machen.
Wir haben dann auch noch mal kurz über die Mail geredet. Sie meinte, als sie die gelesen hat, hat sie die Hände über den Kopf zusammen geschlagen und wusste nicht wirklich, wie sie mir so helfen könnte. Weil es nunmal eine verzwickte Situation ist hier zu Hause mit meinen Eltern. Egal was sie machen, sie können es einfach nicht richtig machen. Und das ist nicht mal böse gemeint. Aber im Moment gibt es keine Option, dass meine Eltern angemessen reagieren könnten, weil sie nicht alles wissen und zudem vieles nicht verstehen. Ich mache ihnen daraus ja auch keinen Vorwurf, aber es ist nunmal so. Und helfen können sie mir auch nicht. Egal was sie machen, sie setzen mich unter Druck, engen mich ein oder bringen mich dazu, dass ich Schuldgefühle habe. Sie können nichts dafür, wirklich, aber es ist leider so. Und so hat meine Therapeutin das auch gesehen. Wir haben dann noch ein wenig über früher geredet, was meine Eltern da alles falsch gemacht haben, was hätte besser laufen können, Vorwürfe wegen meiner Vergangenheit. Ich mache meinen Eltern, insbesondere meiner Mutter, ja in vielen, vielen Sachen Vorwürfe. Berechtigt. Findet jeder, dem ich das erzähle oder die das mit bekommen haben. Meinem Vater nicht so viele, weil er immer aus allem raus gehalten wurde und viel gearbeitet hat und meine Mutter, was das angeht, ja leider nicht dumm ist, sondern genug Tricks kennt, alles wichtige vor ihm zu verheimlichen. Uns zu erpressen, als wir klein waren, damit wir nichts sagen. Mich unterm Tisch treten, als endlich mal eine Frau vom Jugendamt da war und fragte, wie es bei uns läuft, nur damit ich nicht weiter rede und sage, dass alles drunter und drüber geht und nichts klappt. Und solche Faxen halt.
Meine Therapeutin macht meinen Eltern Vorwürfe, weil sie mich nicht beschützt haben. Das kann ich nicht verstehen, sie haben ja gar nichts mit bekommen, konnten von den Übergriffen damals ja gar nichts wissen, denn ich bin mindestens eine genauso gute Schauspielerin wie meine Mutter. Da habe ich meine Eltern tatsächlich in Schutz genommen, selbst meine Mutter.

(Selbst)Zweifel

Langsam zweifel ich an allem. An mir, meiner Einschätzung bezüglich der Krankheit, an den Menschen. Meinen Eltern, Freunden, Familie und auch an meiner Therapeutin. Gerade am meisten an meiner Therapeutin. Ich habe das Gefühl, sie nimmt mich nicht ernst, nimmt das alles nicht ernst. Und die Antwort auf meine Mail hat das nur bestätigt. Nun zweifele ich an mir, vielleicht bilde ich mir das alles nur ein und ich bin gar nicht so krank, brauche keine Hilfe und sie steht mir auch nicht zu, ich muss mich einfach nur in Arsch treten und dann geht das schon wieder. Ich bin bestimmt gar nicht krank, alles nur Einbildung.

„Hier erstmal die Antwort von ihr:
Hallo Fr. ********, habe gerade Ihre email gelesen, ….bitte verfolgen Sie weiter Ihre Angelegenheiten (ALG II Antrag)…auch wenn Sie gerade nicht wissen wofür. Die Situation zu Hause ist sicherlich unerträglich…so wird sich nichts ändern. Sie wollen, dass ihre Eltern Sie verstehen, aber solange Sie nichts wissen, wird es gar nicht gehen, …danach? …vielleicht. Es gibt auch noch gesunde/lebensbejahende Kräfte, die wollen auch gehört werden, aber die sind derzeit erstickt in Lügen und Angst, ..geben Sie Ihnen eine Chance!!!

Wir sehen uns Mittwoch,

viele Grüße“

Gut, wenigstens meine Angst war unbegründet. Dennoch komme ich mir doof vor. Ich offenbare ihr mein Innenleben mit allem, was dazu gehört, ziehe mich quasie nackt vor ihr aus, und sie reagiert nicht wirklich drauf. Es ist ihr egal. Alles. Ich. Dass ich mich immer und immer wieder verletze, dass ich sterben will und kurz vor einem Suizid bin. Es ist ihr egal. Einfach egal.
Zudem ist sie komisch, seit ich aus der Klinik bin. Viel distanzierter, abwesender. Und sie will mich immer wieder dazu überreden, meinen Eltern von meinem Trauma zu erzählen. Sie drängt mich schon fast. Ungefähr 1 Jahr lang hat sie immer akzeptiert, dass ich es meinen Eltern jetzt noch nicht sagen will. Vielleicht wenn ich nicht mehr hier wohne. Sie hat es akzeptiert. Und nun? Sinneswandel oder was? Oder will sie mir mein Leben noch mehr zur Hölle machen? Ich bin fertig mit der Welt. Ich Lüge, Ja, aber nur um alle anderen Menschen zu schützen. Ich hasse nichts mehr als lügen. Und sie macht mir ein Vorwurf draus. Knallt es mir ins Gesicht, damit es mich noch fertiger macht.

Frei sein

Ich will frei sein. Ich brauche das Gefühl, dass ich frei bin. Das Gefühl von Freiheit.
Andere Menschen denken sich bestimmt, was ich denn noch für Freiheiten brauche. Ich bin nicht gebunden an einen Job oder Schule, habe kaum bis keine Verpflichtungen, bin volljährig, habe einen Führerschein, ab und zu Daddys Auto zur Verfügung und wenn ich Geld brauche, kann ich auch fast immer Daddy fragen.
Doch das ist nicht das Gefühl von Freiheit was ich brauche. Das gibt mir alles nur bedingt das Gefühl, frei zu sein.
Früher habe ich immer gesagt, dass ich seit meinem 13. Lebensjahr alle Freiheiten habe und nur noch der Führerschein zur vollkommenen Freiheit und Unabhängigkeit fehlt. Doch es fehlt mehr, viel mehr.
Ich kann nicht frei sein, weil ich in mir gefangen bin. Von der Krankheit. Und ich weiß nicht, wie ich mich befreien kann und das Gefühl von Freiheit bekommen kann.
(AAAAAAAAAHHHHHHHHHH ICH RASTE AUS!!! ICH HATTE DEN EINTRAG FAST FERTIG UND ICH DUMMES, UNFÄHIGES DING KOMME AUF EINE FALSCHE TASTE UND BIS HIER HIN IST ALLES WEG!!!! UND DA ICH MIT MEINEM KOPF WO ANDERS BIN, KENNE ICH DEN TEXT NATÜRLICH NICHT KOMPLETT AUSWENDIG WIE SONST, WENN ICH EINMAL WAS GESCHRIEBEN HABE)

So. Das depriemiert mich. Das ich unfähig und dumm bin. Und dass ich das Gefühl vom frei sein einfach nicht erlangen kann. Es deprimiert mich noch mehr als sonst und macht mich noch mehr trauriger als ich eh schon bin. Falls das noch geht.
Und ich bin enttäuscht von mir. Ich schaue mir zu, wie mein Leben den Bach runter geht. Und habe Spaß dabei. Plane sogar mit Spaß meine Zukunft. Aber nicht wie jeder andere: Studium, Ausbildung, whatever. Nein! Ich plane, wie ich mich am besten zerstören kann, wenn ich erstmal alleine wohne. Ich plane sogar Suizidversuche. Die ich dann allerdings abbreche. Ich hasse es! Ich hasse mich so sehr dafür. Ich will das alles nicht mehr. Doch mache ich im Moment so sehr viel dafür, dass alles noch schlimmer wird. Kämpfe nicht mehr. Hab aufgegeben. Und dann sage ich, ich will das alles nicht mehr? Man müsste meinen, ich bin nun völlig bekloppt. Ja, bin ich anscheinend auch. Whatever. Was solls. Ist ja eh egal, ich bin lebensunfähig, mein Leben geht den Bach runter, aber heeeeyyy, warum sollte ich auch was dagegen tun? Schön rumjammern, das alles nicht zu wollen, und nichts dagegen machen. Guter Plan Franzi, echt super!
Ich könnte heulen. Ich bin am Ende. Doch warum mache ich nichts? Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin es leid. Und langsam komme ich dem wirklichen Lebensende immer näher, glaube ich.
Es wird immer mehr, dass in mir sagt, dass ich mein Leben beenden soll. Und der Drang dazu wird immer mehr. Ich bin der Umsetzung immer näher. So nah wie lange nicht mehr. Ich denke, ich warte nur noch darauf, dass ich alleine wohne.
Habe nur total Angst vor der Reaktion meiner Therapeutin auf die Email. Habe Angst, dass ich wieder in der Klinik lande. Aber hey, wie ich weiß kann man sich da ja auch gut zerstören. Teilweise sogar noch mehr. Hab ja Erfahrung darin!

Life sucks.