Toleranz

Ich glaube, die meisten Menschen, bevorzugt Jugendliche, können das Wort nicht mal schreiben, geschweigedenn wissen sie, was das bedeutet. Denn immer und immer wieder erlebe ich, wie gerade Junge Menschen allem, was anders ist als sie, nicht tolerieren.

Heute ist es mir mal wieder besonders aufgefallen. Ich war auf einer Infoveranstaltung zu dem Musicalprojekt, was nach den Herbstferien an meiner alten Schule und einer Haupt- und Realschule in der Stadt stattfinden wird. Eine ehemalige Klassenkameradin und ich werden dort mit spielen. Habe ich ja schon mal drüber geschrieben.

Es wurde ein Video gezeigt, in dem erklärt wurde, wie die Projektwoche abläuft und wie die Zusammenarbeit mit der Band „Gen Rosso“ und den Betreuern von „Stark gegen Gewalt“ aussehen wird. Dort wurde auch gezeigt, wie diese Projekt an einer Schule für Gehörlose statt fand. Als gezeigt wurde, wie diese den Text der Lieber in Gebärdensprache „übersetzen“ haben viele gelacht, besonders die 10. Klässer der Haupt- und Realschule. Ich war sooo wütend. Später kam ein Ausschnitt von einem Workshop, wo getanzt wurde. Dort war ein echt dicker Junge bei und alle lachten und ich habe Sachen gehört wie: Der fette kann tanzen? Schubst der nicht alle weg, mit seinem Fett? Und was waren noch die harmlosen Sprüche.. die Schüler wurden von deren Lehrer ermart, aber sowas ist den ja egal.
Aufgrund dieser Kommentare und Reaktionen habe ich beschlossen, abzunehmen, mindestens 10 Kilo, bis das Projekt statt findet. Ich möchte nicht, dass ich ausgelacht werde, denn auch ich möchte an dem Tanz-Workshop teilnehmen und auf der Bühne tanzen. Eben weil ich tanzen liebe. Eigentlich sollte mir egal sein, was andere denken, aber das ist es nicht, nicht was mein Gewicht an geht. Ich werde jetzt wieder hungern und mir Tabletten zum Abnehmen kaufen. Oder Abführmittel. Mein kranker Teil sieht das als Einladung, abzunehmen und sich zu beweisen.
Doch trotzdem freue ich mich auf die Projektwoche in meiner alten Schule und ich hoffe, dass ich das schaffe. Kraftmäßig. Eine ganze Woche, jeden Tag mindestens 6 Stunden, 2 Tage von morgens bis abends. Ich hoffe so sehr, dass ich nicht irgendwann zusammen breche oder mich ein doofer Kommentar aus der Bahn wirft. Denn ich freue mich doch so sehr darauf und möchte, gerade meiner Familie, zeigen, dass ich auch was kann. Und nicht immer nur depressiv in der Ecke sitze oder sowas.

Heute gehts mir erstaunlich gut. Ich bin voller Energie und möchte nachher unbedingt mindestens 20 km Rad fahren. Erstens wegen meiner Kondition und zweitens, weil ich abnehmen will, muss. Wie sieht das denn aus, wenn ich auf der Bühne stehe und nach Luft schnappe? Scheiße!
Jetzt warte ich auf die Frau von der Betreuung, damit wir den Antrag fertig machen können und in den Briefkasten schmeißen können. Hoffentlich geht das auch ohne mein Sparbuch, denn das ist mal wieder vom Erdboden verschluckt….
Und danach werde ich Rad fahren. Auch wenn es total windig ist. Wer schön sein will muss leiden…

Wohnungssuche Teil 2

Der Vermieter der letzten Wohnung hat sich Sonntag gemeldet und abgesagt. Er hat sich für wen anderes entschieden. War ja klar, warum auch für mich?
Nach dem ich die ganze Woche ziemlich down war, hab ich mich Donnerstag mal hin gesetzt und nach Wohnunge geschaut. Aber mehr halbherzig.. aber habe eine gefunden und hatte heute die Besichtigung. Die Vermieterin ist extra von weit weg her gekommen. Sie war total nett, und auch die Frau, die da jetzt wohnt. Ich glaube, die war ungefähr in meinem Alter.
Die Wohnung ist ein Traum. 2 Zimmer, Einbauküche, Balkon, in ruhiger Lage, aber mit dem Rad ca. 15 Minuten in die Stadt. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und man darf Haustiere haben.
Die Vermieterin war nicht ganz abgeneigt von mir, nachdem ich ihr von meinen Zukunftsplänen erzählt habe und mein Vater gesagt hat, dass er hinter mir steht und so. Sie wollte sich heute auf jeden Fall melden, per Mail. Seit dem Termin habe ich alle 10 Minuten meine Mails gecheckt. Bis vor 2 Stunden, da hab ichs dann aufgegeben. Ich sitze mal wieder hier und heule, weil ich deprimiert bin. Vielleicht steiger ich mich da auch nur rein, und sie meldet sich morgen, aber gerade bin ich ziemlich am Ende. Dann noch das mit meinen Eltern und letzendlich habe ich Hass auf mich, weil ich mal wieder zu dumm für alles bin.

 

Stimmungsschwankungen der feinsten Art…

Oh man, im Moment ist es mal wieder so extrem schlimm, die Stimmungsschwankungen.
Von totaler Euphorie und Lebenslust und Freude und alles bis hin zu Suizidgedanken, Selbstverletzungsdrängen usw…. das alles oft innerhalb weniger Minuten.
Doch woher? Und warum? Vielleicht bin ich auch ein wenig selbst Schuld…
Ich müsste meine Medikamente mal wieder regelmäßig nehmen, das würde vielleicht ein wenig Stabilität schaffen. Aber vielleicht auch nicht…
Extrem gute Laune ist ja nicht schlimm, eher im Gegenteil. Aber wenn die Laune ganz unten ist, tiefer als im Keller, und ich schon über den nächsten Schritt nach denke oder Plane, dann hilft mir nur noch eins, um schlimmeres zu verhindern: Ein hohe Dosis Schlafmedis, womit ich mich aus dem Leben schieße, für einen kleine Augenblick… Auch nicht optimal, aber besser, als komplett die Kontrolle zu verlieren.

Gerade gehts mir ganz oke. Vorhin war ich mal ganz oben, hab mir das neue Casper Album gekauft und noch malkram, und ein Fußwärme, eine Eule *_*
Zum Geburtstag hab ich auch ganz viele Eulensachen bekommen 🙂 Eine selbstgemacht Handytasche von Mama, eine Eule, eine Tasse mit einer Eule, ein kleines Täschchen, ein Bilderrahmen als Eule! *_* Und einen Glücksbringer 🙂 Und noch ein paar Sachen. Und ich hab mir gestern 4 Bücher bestellt *_* Hoffentlich kommen die nächste Woche 🙂

Jetzt merke ich, wie es schon wieder bergab geht, und ich nichts tun kann.
Morgen schaue ich mir wieder eine Wohnung an. Mal gucken, vielleicht habe ich ja mal Glück…

Müde, schlapp, kraftlos

Ich bin so müde und schlapp. Ich kriege nichts hin. Seit dem Wochenende ist das so. Jedes kleinste bisschen strengt mich an. Gestern aufgerafft zur Therapie. Und danach die Aussprache. Das war schon anstrengend. Danach noch ein bisschen mit der Familie zusammen gesessen. Es war alles so anstrengend,  hat mich so viel Kraft gekostet. Und heute den Termin bei der Betreuung. Es war so anstrengend. Und ich so schlapp. Müde. Kraftlos. Selbst die Treppe runter zu gehen kostet schon so viel kraft. Ich liege nur noch im Bett. Will mich verkriechen. Morgen müsste ich zur Schule. Aber ich hab keine Kraft… zudem müsste ich Bus fahren. Und dann nachmittags noch die Familienfeier wegen meinem Geburtstag. Das wird mir alles so viel Kraft kosten. Krafz, die ich nicht habe.
Und der Selbsthass.. der steigt ins Unermessliche. Ich hasse mich dafür,  wie ich bin. Dass ich krank bin. Würde mir am liebsten jeden einzelnen Quadratzentimeter Haut zerschneiden. Und eine Überdosis nehmen. Nie mehr aufwachen. Das wäre schön. Und dann noch das Gefühlschaos. Ich kann nicht mehr. Will nicht mehr… lebensmüde.
Irgendwas aber hält mich davon ab, den letzten Schritt zu machen. Nur was?

Wechselbad

Meine Stimmung wechselt im Moment fast minütlich von total euphorisch zu lebensmüde. Es ist so anstrengend.
Ich will einfach nicht mehr… alles. Ich will nur normal sein, niemandem weh tun, obwohl ich das nicht will und ich will nicht, dass ich immer alles kaputt mache.
Gleichzeitig will ich tiefer in die Krankheit rutschen, habe immer mehr Suizidgedanken. Der Hass auf mich ist einfach so groß, wegen dem, was ich mit meine Verhalten unbewusst anstelle. Wie ich Menschen verletze und Beziehungen kaputt mache. Menschen von mir weg stoße. Überreagiere.

Klick

Ich glaube, es jat nun endlich vollkommen Klick gemacht. Ich will was verändern. Das Gespräch heute hat mir gezeigt, dass ich noch mehr an mir arbeiten muss. Nicht nur für mich, auch damit andere Menschen besser mit mir klar kommen können und mich auch lieben können, ohne das es ihnen dabei schlecht geht. Und irgendwann möchte ich ja schon gerne mal wieder ne Beziehung führen.. ich glaube, ich weiß jetzt, wofür ich kämpfen und arbeiten muss. Nicht nur für mich, aber auch viel für mich. Damit das Leben angenehmer wird und ich besser mit Gefühlen umgehen kann. Ich hoffe, es wird nun endlich. Meinetwegen langsam, aber ich hoffe, es wird. Und vielleicht kann D. mir ja ein wenig helfen. Nur vielleicht.

Aussprache

Ich habe mich heute mit D. getroffen, meinem Ex-Freund, zur Aussprache.
Ich war ziemlich aufgeregt und total unter Stress, als ich am Treffpunkt an kam, weil ich nur am hin und her fahren war. Ich hab total gezittert, als ich gewartet habe. Und auch noch kurz, als er da war. Doch alleine seine Stimme zu hören, hat mich beruhigt. Es war so vertraut. Allgemein war das ganze Gespräch so vertraut. Gar nicht so, als hätten wir 2 Jahre keinerlei Kontakt gehabt. Eher so, als wäre er im Urlaub gewesen, oder ich. Wir haben viel über meine Krankheit geredet am Anfang, wie es mir geht, was ich jetzt mache, was ich vor habe usw. Er kennt mich nunmal am besten. Immernoch. Und er hat von sich erzählt, dass er doch nicht mehr Lehrer werden will und was anderes gefunden hat. Hab mich gefreut, dass er auch mal über sich erzählt. War früher so ein kleines Problemchen, er hat nie viel erzählt, weil er Angst hatte, mich zu belasten.
Das Gespräch war so befreiend. Endlich mal die Wahrheit zu hören, und nicht immer nur hinten rum irgendwelche Geschichten.
Und die Wahrheit tut ein Stück weit weh, weswegen ich jetzt auch hier sitze und weine… Ich hab ihm durch meine Krankheit oft weh getan, unbewusst, und das nur, weil ich alles richtig machen wollte. Und es tut mir so weh, wie er unter mir gelitten hat, nur weil er Gefühle für mich hatte. Ich realisiere gerade zum 1. Mal, dass nicht nur er mir weh getan hat, sondern ich ihm auch.
Ich hab mich ja öfter gefragt, warum er zum Schluss immer vor anderen abgestritten hat, dass wir zusammen waren. Und nun weiß ich es: Ich habe mich den falschen Leuten anvertraut, was ich damals noch nicht wusste, und da ging dann ziemlich viel Mist rum. Ich hab einer Freundin etwas erzählt, sie hat es weiter erzählt. Ich hab ihr das im Vertrauen erzählt, nunja, sie hat es missbraucht. Er hatte schon Recht. Er meinte: Freunde und Freunde, da gibts unterschiede. Habe ich auch mitlerweile realisiert. Aber gerade habe ich gemerkt, wie naiv ich damals war. Ich hab Leuten vertraut, wo ich nicht mal wusste, ob ich es kann. Nur weil ich wollte, dass jeder weiß, wie gut es mir geht, oder nachher, wie schlecht. Blöd.. aber er hat mir gott sei dank keine Vorwürfe gemacht. Aber es war echt dumm von mir. Und manche Dinge konnten die Menschen halt nur von mir wissen, weil es Sachen waren, die nur Ich und Er wussten, niemand anderes war dabei. Er kam sich verarscht vor. Kam sich vor, als würde ich der ganzen Welt sein Gefühlsleben erzählen. Was so nicht stimmt, aber ich kann verstehen, dass er das so gesehen hat. Er ist, was Gefühle angeht, ähnlich wie ich. Was ich heute nochmal mehr fest gestellt habe.
Und er hat auch gesagt, dass es ihm immer wieder weh getan hat, dass ich mich ihm nicht anvertraut habe. Aber das hab ich zum Schluss nur nicht gemacht, weil ich nicht wollte, dass es ihm wegen mir wieder schlecht geht. Deswegen habe ich die schlechten Sachen für mich behalten und ihm meist nur das tolle erzählt. Gemerkt hat er trotzdem, dass was nicht stimmt. War echt dumm von mir… aber er hätte ja auch mal fragen können. Wir haben beide Fehler gemacht, das haben wir nun eingesehen.

Und ich habe mir auch öfter die Frage gestellt, was er davon hatte, dass er so für mich da war und mir geholfen hat, wenn er doch keine Gefühle für mich hatte. So kam es mir eben vor, weil er mich immer wieder hat fallen lassen. Und er hatte absolut keinen Nutzen davon, das erschien mir immer komisch. Ich hab weder mit ihm geschlafen noch sonst irgendwas hatte er davon. Und deswegen habe ich mich immer gefragt, warum er das getan hat, wenn er keine Gefühle für mich hatte. Nun weiß ich, dass er sehr wohl Gefühle für mich hatte. Nur es war halt nicht immer leicht. Stimmt ja auch… Und er meinte, er kann auch schlecht über Gefühle reden, sie zu lassen, deswegen hat er dann irgendwann dicht gemacht… Nunja.

Vergangenheit aber irgendwie doch Gegenwart.

Die Zeit war viel zu knapp. Ich musste Papa dann von der Arbeit abholen. Da wir bis dato noch kaum über das eigentliche Thema geredet hatten, hab ich ihn mitgenommen und wir haben auf der Fahrt geredet. Haben ihn dann später in der Stadt raus gelassen.

Nun bin ich etwas verwirrt, was meine Gefühle an geht. Ist da doch noch Liebe? Deute ich die Signale von ihm richtig? Oder bilde ich mir wieder nur irgendwas ein? Und wie gehts weiter? Wars das erste und letzte Treffen. Oder gibts mehrere? Bleiben wir Freunde oder wird vielleicht doch mehr?

Wenn ich meinem Instinkt folgen würde, würde es in einem großen Chaos und Geheule enden. Ich muss mich zusammen reißen, mir klar werden, was ich will. Und ich muss wissen, was er will. Wir sollten uns nochmal treffen. Am liebsten würde ich wieder jeden Tag mit ihm schreiben, ihn oft sehen. Mich von ihm in Arm nehmen lassen. And so on…

Mal schauen, wie es nun weiter geht. Entschuldigt das Wirrwarr, ich bin etwas durch den Wind. Glücklich und befreit, aber irgendwie fühle ich mich schuldig.

Ach, und noch was witziges. Es gehen ja immer noch Gerüchte rum, die ich angeblich erzählt haben soll. Unter anderem, dass ich bestimmt schon 10 Mal Schwanger war von ihm, dass ich ihm zum Sex gezwungen habe (Ja, gerade ich, haha, lächerlich), und das geilste: Er hätte mich geschnitten, also verletzt, weil ihn das geil macht.
Also, Fantasie haben die Menschen, muss ich ja echt mal sagen. Ich hab mich halb tot gelacht 😀 Aber irgendwie ist es schon bitter…