Ich kann nicht..

Ich kann nicht, meine Tabletten nehmen.
Ich kann nicht in meinem Bett schlafen.
Ich kann meine Wunden nicht versorgen.
Ich kann mich nicht angemessen zum Wetter kleiden.
Ich kann nicht regelmäßig und genug essen.
Ich kann nicht einkaufen gehen.

Ich kann nicht für mich sorgen.
Ich kann mir nichts Gutes tun.

(Aus)kotzen

Wenn ich mein Essen auskotze, dann nicht nur, weil ich nicht zunehmen will. Nein. Ich kotze, um alles los zu werden, was mich belastet. Will die Wörter auskotzen, die ich nirgends anders raus lassen kann. Will all das schlechte auskotzen, was ich nicht ertrage, es in mir zu haben. Ich kotze nicht blos, um dünner zu werden.
Und wenn ich fresse, dann nicht blos, weil ich unendlichen Hunger habe. Nein. Ich will dieses große, schwarze Loch in mir füllen. Doch so viel ich auch esse, so sehr ich versuche, mich voll zu stopfen, das schwarze Loch wird niemals voll sein. Es ist ein unendliches Loch. Und auch der Hunger wird nie vorbei sein. Und sofern ich alleine bin, muss ich es wieder raus lassen. Den Ekel vor mir selbst und dem in meinem Bauch, raus kotzen; das Gefühl zu platzen, weil ich so viel gegessen habe; die Angst, noch mehr zuzunehmen. Ich hassliebe es, das kotzen. Ich liebe das Gefühl, wenn der Magen wieder leerer wird, wenn alles aus mir raus kommt. Doch ich hasse dieses Fressen. Dieses Alles-in-mich-rein-stopfen. Ich hasse es so sehr. Und ich hasse es, dass ich nicht jedes mal kotzen kann. Ich hasse dieses Gefühl nach dem essen, alles los werden zu müssen, aber es geht nicht, weil ich so unter Beobachtung stehe. Ich hasse es, dass sie davon wissen. Und keiner versteht es. Mein Bezugsbetreuer am wenigsten, er hat nur blöde Frage und Kommentare a la ‚Wie geht das denn? Muss ich auch mal probieren. Wollen sie abnehmen?‘ usw. los gelassen… Ich dachte, ich steh im Wald.
Verzeiht mir diesen Post, ihr müsst meine Worte nicht lesen. Es musste einfach mal raus. Ich musste einfach mal anders probieren, wenigstens die Worte los zu werden, die keiner versteht. 

Arztbesuch

Arztbesuche sind ja eh immer schwierig, im Wartezimmer ist es oft fast unaushaltbar und ich stehe sehr unter Anspannung. Bei meiner jetztigen Hausärztin ist es schlimmer als bei meinem alten Hausarzt. Sie ist sehr kühl, schiebt alles auf meine Psyche und drückt mir blöde Sprüche.
Ich war also heute dort, als ich dann im Behandlungszimmer saß, und auf die Ärztin gewartet habe, habe ich schon gezittert. Als sie dann da war, hat sie gefragt, was ich denn habe. Ich ihr geschildert, dass ich sehr starke Magenschmerzen seit Tagen habe und mich schon vor Schmerzen übergeben musste. Ihre Frage: Erbrechen sie absichtlich? Fragezeichen in meinem Kopf. Das war ihre erste Reaktion. Ich wahrheitsgemäß geantwortet und ‚manchmal‘ gesagt. Sie sagte, die Schmerzen würden davon kommen und ich müsste einfach damit aufhören, dann hätte ich auch keine Probleme mehr. JA DANKE FÜR DAS VERSTÄNDNIS!! 😈 Wenn das alles so einfach wäre. Sie hat mir dann Magenschutztabletten verschrieben und wenn es nicht besser wird oder wieder anfängt, nach dem ich die Tabletten zu Ende genommen habe, muss ich zur Magenspieglung. Und das wars. Mehr hat sie nicht gefragt/gesagt. Ich war so baff, dass ich gar nichts mehr sagen konnte. Jetzt liege ich hier schon wieder mit sehr starken Magenschmerzen und muss mich fast übergeben. Was, wenns doch was anderes ist? Ich hab seit Sonntag nicht erbrochen. Trotzdem sind die Schmerzen so stark. Hab Angst, dass es was schlimmeres ist..