Therapiestunde 3402934

Heute hatte ich mal wieder Therapie. Jedes Mal gehe ich da rein und denk, es gibt eigentlich nichts groß zu besprechen, weil es mir soweit gut geht. Doch immer, wirklich immer, erwähne ich nebenbei irgendwas und dann bohrt sie da ganz schön drin rum. Heute zum Beispiel war mir nach ca. 10 Minuten schon wieder zum Heulen zu mute (ich habe noch nicht geheult bei ihr, aber oft ist mir danach) und dann wurde es immer schwieriger, vom Thema her.
Wir kamen also von der Angst, zu telefonieren, auf den Druck und die Erwartungen, die ich mir selber mache, hin zu dem Selbsthass, der Selbstabwertung und den Fortschritten, riesigen Fortschritten, die ich aber oft nicht sehen kann. Am Ende kamen wir dann bei meiner Familie an, die im Moment so gar kein Interesse an mir zeigt und redeten darüber, was das mit mir macht. Und über die Angst, wieder so zurück zu fallen, nur weil ich mehr Aufmerksamkeit von meiner Familie bekomme, wenn es mir schlecht geht. Und auch so haben wir über die riesige Angst gesprochen, wieder in alte Muste zurück zu fallen und wieder so sehr krank zu werden, wie ich es mal war.. Da habe ich echt riesige Angst vor. Vor allem, weil ich mir fast sicher bin, dass ich das nicht noch mal überleben würde.
Auf jeden Fall sind wir dazu gekommen, dass ich meine Eltern heute mal anrufe und frage, ob ich am Wochenende für 1-2 Tage mal vorbei kommen kann und dass ich ihnen dann meine Ängste erzahle, wie z.B. dass sie sich nicht mehr für mich interessieren, weil es mir besser geht und dass ich Angst habe, komplett aus deren Leben ausgeschlossen zu werden.
Und eigentlich wollten wir den Termin nächste Woche Dienstag ausfallen lassen, weil wir von der Einrichtung aus einen Ausflug in den Tierpark machen, aber am Ende des Gesprächs meinte sie dann, dass es doch besser wäre, wenn ich nächste Woche komme, dann eben an einem anderen Tag.
Okey, also habe ich nächste Woche Mittwoch Therapie.
Bis dahin soll ich mit meiner Bezugsbetreuerin das Gespräch mit meinen Eltern vorbereiten, beim Arbeitsamt anrufen und mit meinen Eltern reden.
Also habe ich sozusagen ein paar Hausaufgaben. Aber das finde ich ganz gut, weil wenn ich es ohne Tritt in den Po nicht schaffe, dann eben so.

Positiv-Tagebuch

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Ich habe heute endlich mein Positiv-Tagebuch fertig gebastelt 🙂 Die Idee kam von meiner Therapeutin, weil ich in schlechten Phasen kaum sehe, dass vieles ganz gut klappt. Vielleicht hilft es mir, die Erfolge zu sehen, auch wenn es mal nicht so gut läuft.
Habe vor, dort rein zu schreiben, was am Tag gut war und was mir gut getan hat, wenn es mir nicht gut ging. Damit ich dann drin lesen kann, wenn alles schlecht und erfolglos erscheint und/oder ich keine Idee habe, was ich tun kann, damit es mir besser geht.
Wie findet ihr die Idee? Hat jemand von euch auch so oder so ein ähnliches Tagebuch? 🙂

Die Blutschule

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„Die Blutschule“ von Max Rhode, alias Sebastian Fitzek, habe ich als letztes vor kurzem beendet. Es war voller Spannung und unvorhersehbaren Geschehnissen. Oft dachte ich: Ja, jetzt passiert dies und das. Und genau dann kam es gaaaanz anders, als ich es gedacht hätte! Und das kam ganz oft vor. Und ich weiß noch, kurz vorm Schluss dachte ich: Ah, jetzt weiß ich, wie es ausgeht. War mir seeeehr sicher. Und dann lese ich weiter und es kam gaaanz anders, als ich es dachte!
Es erzählt die Geschichte von 2 Söhnen, die von ihrem Vater auf eine einsame Insel „entführt“ werden, um ihnen dort die absurdesten Dinge beizubringen: Jagen, morden, ums Überleben kämpfen.
Bis zum Schluss wusste ich nicht, wie es denn plötzlich zu der Wandlung kam, dass der Vater von einem so liebenswerten, führsorglichem Vater zu so einem Monster wurde, der so absurde „Spielchen“ mit seinen Söhnen spielte und so vollkommen fern von der Realität und gesundem Menschenverstand war.
Spannung bis zur letzten Seite! Nur zu empfehlen!

Gerade lese ich „Das Joshua-Profil“ und anfangs habe ich mich gefragt, welches ich als erstes lesen soll. „Die Blutschule“ oder „Das Joshua-Profil“. Es gab viele Meinungen, viele unterschiedliche und ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, erst „Die Blutschule“ zu lesen. Denn andersrum wäre es nicht so spannend! In „Das Joshua-Profil“ wird immer mal wieder etwas aus „Die Blutschule“ angeschnitten oder aufgegriffen, was man nicht verstehen würde, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Wiederum verrät es auch einiges, wenn man „Die Blutschule“ vorher nicht gelesen hat und das wäre ziemlich schade, wenn man dann schon weiß, was passiert.

Sebastian Fitzek – Passagier 23

Es ist Nacht, ich sitze auf meinem Balkon im Kerzenschein und habe bis eben gelesen. Nun, da ich ja immer mal wieder was über meine gelesenen Bücher schreiben wollte, hatte ich Lust, noch etwas zu meinem Vorletzen Buch zu schreiben.
Ich habe es in der Klinik angefangen und beendet, „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek – meinem Lieblingsautor ❤
Ich muss sagen, dass mir das Buch zwar gefallen hat, aber es nicht so krass war wie manch andere Bücher von ihm, die ich gelesen habe. Es fängt an und man denkt, man liest ein Roman. Also ich dachte das. Anfangs war irgendwie nicht so viel Spannung und alles war ziemlich langweilig. Doch, wie ich es nicht anders erwartet hätte, kam zum Glück noch genug Spannung und ich wurde letzendlich doch nicht enttäuscht. Aber es war eine andere Art als "Seelenbrecher" zum Beispiel. Das erste Buch was ich von ihm gelesen habe und bislang auch mein Liebling.
"Passagier 23" spielt in einer Welt, über die man kaum nach denkt. Es spielt auf einem LKreuzfahrtschiff, ohne jeglichen Schutz der Polizei oder ähnliches und bietet Verbrechern natürlich eine gute Gelegeinheit, dies auszunutzen.
Wenn man mal so drüber nach denkt… ganz so unrealistisch ist es ja nicht, dass auf einem Kreuzfahrtschiff schlimme Dinge passieren, die lange nicht aufgeklärt oder gar bemerkt werden. Denn es ist ja wirklich niemand da, der für Recht und Ordnung sorgt. Keiner, der Verbrecher aus der Bahn zieht und andere Passagiere schützt. Ja, vielleicht gibt es Sicherheitsmänner, aber das ist ja lange nicht das gleiche wie an Land die Polizei.
So viel kann ich leider nicht mehr dazu sagen, da ich inzwischen schon andere Bücher gelesen habe, ABER ich kann es definitiv weiter empfehlen! Wie eigentlich jedes Buch von Sebastian Fitzek. Wer auf Thriller steht, sollte es unbedingt lesen.

Lebenswille, Lebenslust

Mal wieder was von mir 🙂
Ich bin nun über 3 Wochen wieder zu Hause und es klappt so gut wie noch nie, glaube ich! Klar, es gibt auch scheiß Tage, aber auch die gehen Zum Glück vorbei. Denn mittlerweile weiß ich, dass sie vorbei gehen, ohne dass ich mir was antun muss. Ich weiß, dass ich es ertragen werde, ohne mir was antun zu müssen. Ich weiß, dass Die Anspannung und der Druck auch ohne selbstschädigendes Verhalten vorbei geht. Ich weiß es, weil ich es selbst erfahren habe, es miterlebt habe, es geschafft und durch gestanden haben. Ich weiß es nicht nur, ich spüre es.

Den Haushalt schaffe ich super, es ist nur noch selten Chaos hier. Es türmen sich keine Wäscheberge mehr und Geschirr stapelt sich auch nicht mehr. Die Aschenbecher werden nicht erst geleert, wenn sie schon über laufen. Es sind so kleine Dinge, an den ich das merke. Ich schlafe nachmittags nur noch ganz selten. 2 oder 3 mal hab ich mich hin gelegt, als ich heim kam. Entweder weil ich einen Sonnenstich hatte, oder es mir einfach mal nicht gut ging. Aber es kommt nur noch selten vor und das ist gut so.
Die ersten Tage konnte ich nicht eine Minute still sitzen, musste immer was machen. Konnte kaum TV schauen. Doch langsam geht’s wieder.
Dienstag waren wir bei Ikea und gestern und heute habe ich ihn schön gemacht mit den neuen Möbeln und so 🙂

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So sieht er nun aus 🙂 Die Lichterkette mache ich morgen an die Wand.

Ich war jetzt schon 2 mal bei meiner Therapeutin in der Klinik, also ambulant. Und sie findet auch, dass ich das ganz toll mache. Aber sie merkt auch, Dass nicht alles nur toll ist. Fragt, wie es mit den schlechten Gefühlen und Emotionen ist, den dunklen Gedanken. Wie ich es schaffe, die ohne Selbstverletzung und übergeben auszuhalten, zu kompensieren. Sie lässt sich nicht davon blenden, wenn ich sage, dass alles gut ist. Sie fragt nach und ja, meistens ist doch irgendwas was noch ziemlich schwer ist von Zeit zu Zeit.
Heute haben wir besprochen, dass ich mir ein Positiv-Tagebuch zu lege und immer rein schreibe, wenn was gut war. Damit ich dann, wenn es mir schlecht geht und ich das alles nicht im Kopf habe, es noch mal lesen kann. In der Hoffnung, es hilft mir etwas.
Desweiteren haben wir besprochen, dass ich einen Notfall-plan mache, wenn ich Albträume habe und da nicht raus komme und Mein Kopf so leer ist, dass ich gar nicht weiß, wie ich da raus komme. Für die Fälle, dass die Erinnerungen, die Angst und all die Bilder mich so fest halten.
Ich werde aufschreiben, dass ich am Ammoniak riechen soll, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen. Und damit ich nicht groß was machen muss, wird es direkt auf meinem Nachtschrank stehen – immer griffbereit. Dann kommen Auf den Zettel noch so Sachen wie: Raus gehen, unter Menschen gehen, mindestens zu einem. Reden. Ablenken, Usw. Eine Skill-liste für Albträume, Flashbacks, die mich in meinem Bett gefangen halten, weil die Angst so groß ist. Mal schauen, ob es hilft. Denn in solchen Momenten ist in meinem Kopf einfach nur der ganze Schmerz, die Angst, die Bilder. Keine Idee, wie es besser werden könnte.
Und einen Vertrag bezüglich der Suizidgedanken will sie mit mir machen. Dass ich Bescheid sage und ins Krankenhaus gehe, wenn ich welche habe. Aber da werde ich noch mal mit ihr sprechen. Denn Gedanken daran, lieber zu sterben, kommen andauernd. Aber so lange sie kommen und wieder gehen und nicht viel Raum einnehmen, ist das okay. Damit lebe ich seit über 10 Jahren. Ich werde ihr sagen, dass ich dann in die Klinik gehe, wenn ich merke, dass sie die Überhand gewinnen und es gefährlich werden könnte.
Das Schild:

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hab ich von meiner liebsten A. geschickt bekommen und es hängt jetzt neben meinem Bett unter meiner Lichterkette 😊
Ich lebe endlich wieder! Existiere nicht nur.
Es ist soooo ein tolles Gefühl, wieder Lebenswille zu haben und Ziele, Perspektiven. Spaß am Leben zu haben. Es ist soooo toll, dass nicht jeder Tag ein einziger Kampf ist. Jahre blieben mir diese Gefühle versperrt. Ich freue mich so 🎉