Heulkrampf

Puh, gestern hab ich zum ersten Mal geweint wegen dem Umzug. Ich war ganz schön sauer auf mich, weil ich nicht weinen wollte, weil ich mich doch freue. Aber dann wurde es regelrecht ein Heulkrampf, ich habe bestimmt eine Stunde so laut geheult und alles, ein Wunder, dass die Nachbarn nicht geklingelt haben.

Mir war das auf einmal alles zu viel und ich wollte alles rückgängig machen für einen kurzen Moment, weil ich so viel Angst vor dem Neuen hatte. Der Gedanke, nie wieder mit M. irgendwas schönes zu machen oder von ihr umarmt zu werden, hat das alles ausgelöst. All die letzten Jahre wollte ich ja eigentlich auch schon weg hier, konnte nur nicht, weil ich so an M. hänge. Ich konnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Jetzt die letzten Monate aber schon, bis mich die scheiß Emotionen gestern überkamen. Vor allem auch, weil ich fast allein gelassen werde mit allem. Aber M.’s Kollegin rief gestern an und ich konnte ein wenig mit ihr reden und sie kommt Sonntag für 2 Stunden, obwohl sie frei hat, und hilft mir beim Rest. Weil sie mich nicht ganz alleine lassen will und mich nicht so gehen lassen will. Ich find das voll lieb, ich hab mich voll gefreut. M. kommt Montag morgen kurz zum tschüss sagen. Hoffentlich muss ich da nicht weinen. Möchte nicht verheult in der neuen Einrichtung ankommen…

Morgen wird auch ein emotionaler Tag mit viel Abschied. Erst gehe ich in die Tagesstruktur und verabschiede mich, habe extra eben noch einen Kuchen gebacken, und dann treffe ich mich am Nachmittag mit meiner gesetzlichen Betreuerin und wir gehen ins Kaffee, Abschiedskaffeetrinken. Das wird mir neben M. am Meisten schwer fallen. <sie begleitet mich seit 2014, am längsten von allen. Und sie hat schon so viel für mich getan und wir haben so viel durch… das wird echt schwer. Aber erstmal bleibt sie für mich zuständig, so ein paar Monate, aber sie kann mich halt eben nicht besuchen kommen.

So jetzt muss ich mich um den Kuchen und die Küche kümmern 😀