Chaos im Kopf…

Heute hatte ich also den ersten Termin bei meiner Sachbearbeiterin im Jobcenter. Ich sollte eine vollständige Bewerbungsmappe mitbringen – was ich natürlich nicht hatte, hab es einfach nicht auf die Reihe bekommen und meine Betreuerin war krank… hatte nur einen Lebenslauf. Den sie, wie sich im Laufe des Gespräches raus stellte, doch nicht brauchte. Ich habe ihr den Zettel von der Schule gegeben, wo drauf steht, dass ich für die Ausbildung angenommen bin. Sie ritt andauernd darauf rum, wie das mit dem Studium sei, weil ich ja angegeben hatte, SPÄTER!! ein Studium anzufangen. Sie redete fast nur darüber. Ich war irgendwann echt angepisst. Sie sagte mir auch noch ins Gesicht, dass mein Abschluss ja nicht der beste sei und ich da wohl mindestens 6 Wartesemester brauchen würde. Es sei denn, ich ginge weit weg. Ich hab dann erzählt, dass ich mir hier gerade alles aufbaue und nicht wieder weg will UND erstmal die 2 Jahre Ausbildung zur Sozialassistentin machen möchte. Sie meinte allerdings, es wäre ja sinnlos, denn als Sozialassistentin würde ich eh keinen Job bekommen. Meine Betreuerin warf ein, dass ich hier alles habe, was ich brauche. Ärzte und so. Da meinte sie, dass es Hausärzte überall gibt. Als ich dann sagte, dass es aber nicht überall gute Psychiater und Therapeuten geben würde und es sehr schwer ist, einen Therapieplatz zu bekommen, wurde sie ruhig. Endlich!!! Ich war schon völlig fertig mit den Nerven, weil sie so auf mich einredete.
Dann kam sie darauf, dass ich doch erstmal Schule machen solle weil das Studium echt hart sei. Sie hat versucht, es mir auszureden. Ich bin fast geplatzt!!! Dass ich jetzt das Studium nicht schaffe, ist mir klar. Aber das weiß ich! Deswegen Schule.
Was ich denn bis zum September machen würde, fragte sie. A. Antwortete, dass wir überlegen, mir einen Praktikumsplatz zu suchen.
Ja, sei ihr Recht, dürfe aber maximal 3 Monate dauern. Aber das würde ja passen, dann hätte ich danach noch einen Monat, um mich auf die Schule vorzubereiten. Mensch! So dumm scheint sie ja doch nicht zu sein. Vielleicht hätte sie vorher meine Akte lesen sollen -.-
Ich solle ihr spatestens bis zum 4.4. Bescheid geben. Praktikum oder AU. Ich starrte sie an und meinte, dass eine Woche nicht viel ist. Ihre Antwort: Naja, sie sollen ja blos eine Tendenz melden. Ich teilte ihr mit, dass das alles nicht so einfach wäre. Da starrte sie mich an und meinte, es sei ja nicht so schwer, wo anzurufen und zu fragen. Ich konnte nicht mehr… meinte nur noch, dass das für sie vielleicht nicht schwer sei… und resignierte. Sie fragte warum. Ich hatte keine Lust mehr zu antworten und wurde trotzig… Egal! War meine Antwort. Von da an sprach sie nur noch mit meiner Betreuerin. Sie solle mit mir überlegen, was wir machen wollen und sich bis nächste Woche melden. Gut, behandel mich ruhig wie ein Kind, dachte ich mir. Nunja… ein wenig so benahm ich mich ja auch…
Als wir raus gingen, platze ich und hab rum gemeckert, was sie denn denken würde und warum ich da überhaupt gelandet sei. Wenn alles so einfach wäre, würde ich kein Geld vom Amt brauchen sondern arbeiten!!! A. Versuchte mich zu beruhigen. Wir diskutierten die ganze Zeit, was sinnvoll wäre. AU, stationäre Therapie, Praktikum. Ich weiß es nicht. Mir qualmt der Kopf, ich fühle mich so krass unter Druck gesetzt und bin gerade nur am Ende…
Danach hatte ich noch Therapie. Dazu später mehr… muss schlafen, sonst passiert noch was.

Umzugschaos das 1.

Manchmal zweifel ich an mir, ob ich wirklich noch alle Tassen im Schrank habe.
Das Telefonat mit meiner Sachbearbeiterin beim Jobcenter bestätigte das mal wieder. Ich rief sie an um wegen der Kaution und der Erstausstattung zu fragen, da sagte sie, sie hätte bereits letzte Woche mit mir telefoniert und mir alles erklärt und würde jetzt auflegen. Und tat das dann auch oO
Meine Betreuerin und ich waren sichtlich verwirrt und ziemlich perplex.
Wir entschieden, ihr eine Mail mit meinem Zeichen vom Jobcenter zu schicken und zu fragen, ob sie mich vielleicht verwechselt hätte. Eine Stunde später kam die Antwort, dass die Bescheide per Post auf dem Weg zu mir sein. Nur weiß ich noch gar nicht, was drin steht. Muss ich mich wohl gedulden… haha. Kann ich ja so gut.. nicht.
Na dann hoffe ich doch mal, dass diese Bescheide auch zu mir kommen und nicht zu meiner ominösen Doppelgängerin oO
Und der nette Vormieter meiner Wohnung reagiert auch nicht auf meine Nachrichten und Anrufe. Ich bin echt gemervt. Ich hab keine Ahnung, ob ich nun dieses Wochenende umziehen werde oder erst nächstes. Ich stelle mich nun auf nächste Woche ein… auch wenn es dann sehr kompliziert werden wird. Es ist dann Karneval und niemand wird nüchtern sein oO Hoffentlich bekomme ich den Schlüssel vor Freitag. So dass ich dann Freitag und Samstag umziehen kann.
Alles hängt jetzt in den Sternen, das ist irgendwie unerträglich. Und doch kann ich es nicht ändern, so sehr ich mich aufregen würde. Bringt ja alles nichts.
Das alles hat auch was positives: Ich habe mehr Zeit zum packen, denn bislang habe ich  nicht viel gepackt. 5 Kartons; davon 2 mit Schuhen, einen mit Bettwäsche und kleinen Decken und Kissen und eine mit Ordnern mit altem Schulkram und so. Und die letzte mit Dekokram; Bildern, Fotos usw.
Ein paar Tassen, Schüsseln und Gläser,  die mir gehören,  habe ich auch schon eingepackt. Das wars aber auch schon…

Wohnung!

ICH HABE DIE WOHNUNG! JUCHUUU!!!!!

Heute war ich beim Amt, ein hin und her gerenne, bin fast durchgedreht. Stand öfter kurz vorm Nervenzusammenbruch. Ich wurde von dem Amt zu dem geschickt und dann wieder wo anders hin. Beim letzten dachte ich dann endlich, dass alles geklärt ist, aber dann fehlten die Unterlagen, die Trulla vom Arbeitsamt natürlich nicht weiter gereicht hat, wie sie eigentlich sollte. Da musste ich dann noch hinterher telefonieren. Aber ich bekam dann nach der Therapie eine Mail, in der Stand, dass die Wohnung genehmigt ist und sie mir die schriftliche Zusagen zu schickt! Wenn ich die habe, muss ich wieder zu den Volksheimstätten und kann dann endlich den Mietvertrag unterschreiben! Yay! Ich bin endlich einen Schritt weiter. Die Freude über die Wohnung hat dann auch den Stress und die Wut wett gemacht, jetzt gehts mir wieder gut =)

In der Therapie haben wir viel geredet. Nicht, dass ich sonst nie reden würde, aber wir haben sehr viel über Ängste, Traume, Umzug, Tablettenmissbrauch geredet. Und meine Therapeutin wurde irgendwann ernst als es um die Tabletten ging. Den Missbrauch, meine Cocktails die ich nehme, wenn ich genug von der Welt habe und einfach mal einen Tag fliehen will. Sie hat gefragt, wo denn die Grenze von „Nur einen Tag schlafen“ zu „Nicht mehr aufwachen“. Sie wurde dann erst recht ernst, als ich meinte, dass ich Angst habe, wenn ich ausgezogen bin. Angst, die Kontrolle zu verlieren und „aus Versehen“ zu viele Tabletten nehme und nicht mehr aufwache. Hier halten mich meine Eltern davon ab, ich will immer den Schein bewahren, dass es mir halbwegs gut geht. Und das geht nicht, wenn ich ewig nicht aufwache und sie den Notarzt rufen. Genauso geht das nicht, wenn sie mich andauernd zum nähen fahren müssten. Deswegen habe ich mich halbwegs unter Kontrolle (Was die Tiefe der Schnitte angeht leider nur…). Sie hat mir zugestimmt, meine Ängste sind berechtigt, aber das Risiko muss ich eingehen. Muss und will ich auch. Hier wirds auch nicht besser. Und zur Not habe ich ja noch J., die mich auffängt. Und zur Not auch in die Klinik bringt, wenn ich nicht mehr kann und nichts mehr kann. Und sie auch. Aber das Risiko, dass ich alles abbreche, bleibt. Aber die Wohnung gibt auch Hoffnung. Ich bin aus der Umgebung raus, wo so viel Mist passiert ist, so viel schief gelaufen ist und vorallem, wo mein Trauma entstand. Aber ich bin froh, dass sie mich ernst nimmt und nicht sagt: Ach, das wird.
Sie nimmt mich ernst, sieht realistisch. Aber sie sieht auch die positiven Seiten. Die sehe ich gerade auch sehr deutlich, aber manchmal kommt die Angst so krass und überwältigt mich..:(

Aber ich habe eine Wohnung! Es geht vorran! Danach kann ich mich langsam an ein Praktikum ran tasten, langsam wieder ins ’normale‘ Leben einsteigen. Nicht, dass mir das keine Angst machen würde, also das ’normale‘ Leben. Aber es wird mir auch Sicherheit, Halt und vor allem einen Sinn im Tag und im Leben geben und mich hoffentlich näher ans Leben wollen ziehen!

Wohnung, Termine, Notaufnahme, Betreuung usw.

Ich lebe noch, ja! Mir geht’s soweit ganz in Ordnung, meine Stimmungsschwankungen sind im Moment extrem stark, was sehr anstrengend ist. Ich bin ziemlich depressiv und dauernd müde, schlapp, gereizt. Habe viele Flashbacks in letzter Zeit gehabt, Angst und Albträume. A. (Betreuerin) hat mich beim letzten Treffen auf meinen Halbbruder angesprochen. Sie weiß nicht, dass er es war, wegen dem ich das Trauma habe. Aber ich hab danach kaum geredet. Sie hat vermutlich gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Und sie hat sich meine Wunden angeschaut und war erschrocken aufgrund der Menge. Wir werden bald mal zum Arzt gehen, Blut untersuchen lassen wegen meiner Schilddrüse und dem Medikamenten(missbrauch). War nicht meine Idee, um Himmels willen. Aber ich hab das ja im Hilfeplangespräch gesagt, dass sowas schwierig ist bei mir und ich Hilfe brauche. Ist ja eigentlich auch vernünftig.
Am Samstag habe ich mir eine Wohnung angeschaut. Nicht direkt in der Stadt, aber in einem Nebenort. Voll in Ordnung, schöne kuschelige Wohnung ib ruhiger Lage. Morgen muss ich zur Genossenschaft und ich denke, dass ich dann erfahre, ob ich sie bekomme. Danach muss ich noch zum Amt wegen dem Antrag auf Leistung nach dem SGBXII. Danach Therapie und danach Zahnarzt. Danach falle ich tot ins Bett 😀
Samstag hab ich auch mein Herzensmädchen nach 6 Wochen fast, endlich wieder gesehen ♥ Sie hat sich mit mir die Wohnung angeschaut, dann waren wir in der Stadt. Haben eine alte Lehrerin aus der Realschule getroffen, die damals mein Halt war und die erste, die etwas von dem sebst verletzten und alles mitbekommen hat. War schön, sie mal wieder zu sehen. Aber auch sie hat nach meinem Bruder gefragt.
Heute Abend war ich dann in der Notaufnahme, ich wollte beim Einkaufen lustig rum hüpfen und hab mich voll auf die Fresse gepackt. Fast geheult vor Schmerzen. Naja, dann ins Krankenhaus, hatte Angst, dass was gebrochen sei. Gott sei dank aber nicht. Verstaucht und ein rieseb Hämatom, weshalb der Schmerz überall hin zieht.
Nunja. Nun liege ixh im Bett, voll mit Schmerzmittel, aber die Schmerzen sind endlich weg.
Wollte euch nur mal kurz zeigen, dass ich noch Lebe und erzählen, was so los war. Das ein oder andere wird noch ausführlicher in einem extra Post berichtet 😉
Aber nun gehe ich erstmal schlafen 😀

Angst?

Morgen mache ich mit meiner Therapeutin ein paar Übungen gegen die Angst – praktische Übungen. Was heißt, dass wir uns morgen vormittag in der Stadt treffen, sie mir immer eine kleine Aufgabe gibt, wie z.B. jemandem nach dem Weg fragen, und dann treffen wir uns wieder. Dann gibt sie mir wieder eine kleine Aufgabe usw. Das machen wir ca. 3 Mal und ich bin echt gespannt, was sie sich ausgedacht habe. Ich hatte irgendwie gar keine Zeit, darüber nachzudenken, aber irgendwie bekomme ich jetzt doch ein wenig Angst. Was, wenn es nicht klappt? Wird sie dann enttäuscht sein? Was, wenn ich mich blamiere?
Ich sollte nicht drüber nachdenken, aber ganz vergessen kann ich es nicht.
Vorher treffe ich mich mit Frau B., wir wollen zum Amt, bzw. ich will dahin. Um nochmal genau zu fragen, wie das alles abläuft, was ich machen muss usw.
Ich wollte die Anträge alle fertig ausgefüllt mitnehmen, aber ich habs nicht gepackt. Scheiß Anträge, scheiß Dummheit. Mal schauen…
Hoffentlich kann ich bald schlafen, ich muss morgen um 8 aufstehen…

Ach, und beim Gesundheitsamt habe ich heute auch endlich angerufen, wegen der Bescheinigung für die Kindergeldkasse. Ich habe nun Angst, dass ich diese nicht bekommen, weil so schlecht geht es mir im Moment ja gar nicht. Eher im Gegenteil. Nächste Woche habe ich den Termin…. Donnerstag.
Freitag lerne ich meine potentielle Betreuerin kennen 🙂

Ungedult & Verwirrung

Ich bin ja so dermaßen ungeduldig, das ist unglaublich. Ich will immer alles jetzt sofort, oder nie. Geht wohl nicht nur mir so, aber in meinem privaten Umfeld anscheinend schon. Auf jedenfall bin ich im Moment so ungeduldig, was das ausziehen angeht. Ich möchte jetzt sofort ausziehen. Jetzt oder nie. Ich weiß, dass das nie so klappen wird. Aber jeden Abend schaue ich das Internet nach Wohnungen durch und finde entweder eine tolle, die auch im Rahmen liegt, aber leider eine Maklerprovision verlangt, die ich nicht zahlen kann. Wovon auch? Nunja. Und die Wohnungen, die keine Maklerprovision haben, sind so schnell weg, weil das neue Semester bald anfängt und die ganzen Studenten kommen… das nervt und deprimiert mich.. gnaaah.

Die zweite Sache meine Ungedult und Verwirrtheit ist, dass ich so ungeduldig bin, was die Amtssachen angeht. Dazu noch die Verwirrung, dass viele Menschen was anderes sagen, wie das abläuft. Die eine sagt, ich muss erst ne Wohnung suchen und dann den Antrag stellen, weil er ohne Wohnung nicht genehmigt wird. Andere, unter anderem der vom Jobcenter in der falschen Stadt, meinte, ich soll erst den Antrag stellen und kann nebenbei schonmal nach Wohnungen zu suchen. Aber noch nichts unterschreiben, bis was klar ist. Ja, so schlau war ich auch schon, danke!
Morgen früh werde ich mal bei dem richtigen Jobcenter anrufen und nachfragen, wie das alles läuft und was ich machen soll usw., vielleicht geben die mir ja auch einen Termin. Der Antrag ist auf jeden Fall schon fertig ausgefüllt und Unterlagen habe ich auch fast alles zusammen.

Alle sagen, ich kann mir doch Zeit lassen, ich habe ja keinen Zeitdruck. Ne, meine Eltern schmeißen mich nicht raus, aber ich will das alles endlich hinter mir haben. Außerdem ist da ja dann wieder die Sache mit der Ungedult. Ich will, ich will, ich will ’ne Wohnung!

Lebensmut ist wieder da :)

Ich bin wieder ein wenig aus dem Loch raus, mir geht es besser und ich bin optimistischer und kämpfe wieder 🙂
Wodurch der Wandel kam, kann ich euch allerdings nicht sagen. Ich weiß es nicht 😀

Ich war heute beim Jobcenter, nachdem ich gestern dort angerufen habe und mich erkundigt habe, was ich alles für den Antrag brauche. Da war ich erstmal genervt und angepisst, ich habe 2 1/2 Stunden versucht da anzurufen, bis dann mal jemand dran gegangen ist.  Der nette Mann sagte mir dann erstmal, dass der Antrag im Internet nicht der aktuellste sei. Ich solle mir zu den Öffnungszeiten einen aktuellen abholen, was ich dann heute tat. Er hat mir erklärt, wie das alles abläuft und was ich alles brauche. Was für Nachweise, Unterlagen etc. War echt nett, dafür dass so viele immer über das Amt fluchen. Ich habe dann gefragt, wie das dann mit der Wohnung läuft, und als er mir das alles grob erklärt hatte, fragte er mich, ob ich schon eine in Aussicht hätte. Ich hab dann gesagt, dass ich eine echt gute und passende gesehen hätte, in G., da sagte er dann, dass ich dort zum Jobcenter muss! Menno. Das hätte er mir ja auch mal am Telefon sagen können. Aber gut, er war wenigstens nett und hat mir trotzdem alle weiteren Fragen beantwortet. Ich glaube, er war nicht viel älter als ich. Er hat dann gesagt, ich solle nochmal in G. anrufen und fragen, ob die noch was anderes brauchen und hat mir dann schonmal die Sachen gegeben, die dort auf jeden Fall auch gleich sind. Und hat mir die Telefonnummern gegeben. Ich bin dann abgedampft, halbwegs befriedigt, aber ich habe mich schonmal ein kleines Stück weiter gefühlt in Sachen ausziehen. Morgen muss ich dann in G. anrufen und nachfragen und mir einen Termin machen. Und dann will ich bei dem Vermieter anrufen, weil ich wissen möchte, ob die Wohnung nun zum 1.10. frei ist oder ab sofort. In der Anzeige steht nämlich irgendwie beides. Und dann muss ich abklären, wie das mit der Kaution und Courtage läuft, ob das irgendwie geht, wie auch immer. Ich möchte die Wohnung echt gerne haben. Aber ich darf mich auch nicht drauf versteifen… gerade jetzt, wo alle Studenten in die Stadt kommen.

Danach bin ich zu meiner Therapeutin gefahren. Nach der Email von ihr hatte ich ja Angst. Auch, dass sie nicht mehr mit mir zusammen arbeiten möchte und mir nicht mehr helfen möchte. Es wäre ein Weltuntergang gewesen. Aber ganz unrecht hatte ich nicht…
Sie fing irgendwann an, dass unser Stundenbudget bald wieder aufgebraucht sei und sie wieder eine Verlängerung schreiben müsste. MÜSSTE. Das hat mir schonmal Angst gemacht… dann ging es weiter. Sie sagte, sie würde dies nur tun, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern würden. So wäre psychotherapeutisch bei mir im Moment nichts zu machen. Und dann machte sie eine Pause. Ich wusste nicht, ob ich warten soll, bis sie weiter redet, heulen soll, weg laufen, ausraste oder sonst was. Weil ich so lange überlegt habe, wie ich reagiere, hat sie weiter geredet, bis ich reagieren konnte. Gott sei dank. Wäre sonst ganz schön peinlich geworden. Sie meinte, mit Rahmenbedingungen meinte sie, dass ich von zu Hause ausziehe. Puuuh. Dachte schon, ich wäre ein hoffnungsloser Fall oder zu stur oder hätte was falsch gemacht oder sonst was… Aber da ich ja bald ausziehe (was übrigens ganz schnell gehen kann. Muss nicht, aber kann), brauche ich mir Gott sei dank keine Sorgen machen.
Wir haben dann auch noch mal kurz über die Mail geredet. Sie meinte, als sie die gelesen hat, hat sie die Hände über den Kopf zusammen geschlagen und wusste nicht wirklich, wie sie mir so helfen könnte. Weil es nunmal eine verzwickte Situation ist hier zu Hause mit meinen Eltern. Egal was sie machen, sie können es einfach nicht richtig machen. Und das ist nicht mal böse gemeint. Aber im Moment gibt es keine Option, dass meine Eltern angemessen reagieren könnten, weil sie nicht alles wissen und zudem vieles nicht verstehen. Ich mache ihnen daraus ja auch keinen Vorwurf, aber es ist nunmal so. Und helfen können sie mir auch nicht. Egal was sie machen, sie setzen mich unter Druck, engen mich ein oder bringen mich dazu, dass ich Schuldgefühle habe. Sie können nichts dafür, wirklich, aber es ist leider so. Und so hat meine Therapeutin das auch gesehen. Wir haben dann noch ein wenig über früher geredet, was meine Eltern da alles falsch gemacht haben, was hätte besser laufen können, Vorwürfe wegen meiner Vergangenheit. Ich mache meinen Eltern, insbesondere meiner Mutter, ja in vielen, vielen Sachen Vorwürfe. Berechtigt. Findet jeder, dem ich das erzähle oder die das mit bekommen haben. Meinem Vater nicht so viele, weil er immer aus allem raus gehalten wurde und viel gearbeitet hat und meine Mutter, was das angeht, ja leider nicht dumm ist, sondern genug Tricks kennt, alles wichtige vor ihm zu verheimlichen. Uns zu erpressen, als wir klein waren, damit wir nichts sagen. Mich unterm Tisch treten, als endlich mal eine Frau vom Jugendamt da war und fragte, wie es bei uns läuft, nur damit ich nicht weiter rede und sage, dass alles drunter und drüber geht und nichts klappt. Und solche Faxen halt.
Meine Therapeutin macht meinen Eltern Vorwürfe, weil sie mich nicht beschützt haben. Das kann ich nicht verstehen, sie haben ja gar nichts mit bekommen, konnten von den Übergriffen damals ja gar nichts wissen, denn ich bin mindestens eine genauso gute Schauspielerin wie meine Mutter. Da habe ich meine Eltern tatsächlich in Schutz genommen, selbst meine Mutter.