It`s okey to be sad…

Hallo… mal wieder kam Monate nichts von mir. Es tut mir echt leid, ich hatte oft das Bedürfnis, etwas zu schreiben, aber das Programm hier und die sozialen Kontakte nahmen und nehmen mich sehr in Anspruch.
Zudem sind einige traurige Sachen passiert, seit ich hier bin. 7

Im Mai brachte sich mein Onkel um, kurz danach, ich glaube im Juni, brachte sich eine Mitbewohnerin um und am 10. Juli starb dann auch noch meine Mama…

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie schwer es mir fällt, mich über Wasser zu halten. Nach dem Suizid vom Onkel und der Mitbewohnerin, einem Besuch zu Hause nachdem Mama ins Kome gefalllen ist, kam ich nach einem halben Jahr wieder in die Klinik. Ich hab mich freiwillig aufnehmen lassen, weil ich für nichts mehr garantieren konnte und mich doch eigentlich fürs Leben entschieden habe. Die Zeit in der Klinik war sehr schwer, viele Zusammenbrüche, einige Selbstverletzungen und dann nach 9 Tagen kam die Nachricht: Mama ist gestorben. Ich hab geschrien, geheult, wollte zu meiner Familie, habe getobt und bin schier durchgedreht.
Meine Familie ist ca. 300 km weg und konnte mich auch nicht besuchen. Ich konnte nicht aus der Klinik, da sie Angst um mich hatten.
Da ich in der geschlossenen mein Handy nur zu bestimmten Zeiten für eine halbe Stunde haben durfte, und Papa Angst hatte, was ich mache, wenn ich alleine bin und er mir die Nachricht überbringt, rief er hier in der Wohngruppe an und sprach mit meiner Bezugsbetreuerin, Papa erzählte ihr alles, sie telefonierte mit meiner Ärztin in der geschlossenen und die sagte mir den Tag, dass wir um 15.30 Uhr ein Gesprach haben, wo es um was sehr ernstes geht. Das sagte sie mir so gegen 11 Uhr. Ich bin fast durchgedreht während des Wartens…
Als es dann soweit war, ging ich vor um auf meine Ärztin zu warten und dann stand da meine Bezugsbetreuerin. Ich war überrascht und fragte sie, was sie hier mache, da meinte sie, dass wir doch zusammen ein Gespräch haben. Das wusste ich bis dahin allerdings nicht… Ich hab gefragt, was ich angestellt hab, was passiert ist, was los ist- doch sie wollte auf die Ärztin warten. Die kam dann und wir gingen ins Sprechzimmer. Ich fragte wieder, was ich angestellt habe oder was passiert sei… da meinte eine von den beiden, dass tatsächlich etwas passiert ist. Mir schossen die Tränen in die Augen und ich fragte, ob Mama gestorben sei… da bekam ich nur ein mitfühlendes `Ja, leider. Es tut mir leid…`…
Ich brach in Tränen aus. Ich schrie. Mir schossen Gedanken durch den Kopf, dass ich jetzt raus rennen muss und irgendwie den Schmerz betäuben muss. Meine Bezugsbetreuerin hat mich aber ganz fest gehalten, in den Arm genommen, mich getröstet. Ich hab geschrien, dass ich zu Papa will, dass ich hier raus muss und zu meiner Familie muss. Dass ich wenigstens mit ihm telefonieren will.
Raus durfte ich natürlich nicht alleine, entlassen wollten sie erst recht nicht und ich war einfach nur am Ende. Meine Bezugsbetreuerin besprach dann mit der Ärztin, ob es ginge, dass jemand mit mir raus geht und ich Papa anrufen kann, nach dem Gespräch. Das ging dann zum Glück. Als sie gegangen war, bin ich zur Pflege, hab mir Bedarf geben lassen und ein Pfleger kam mit mir raus und gab mir mein Handy, so dass ich Papa anrufen konnte. Ich hab geweint und geweint, und Papa auch. Es hat mir das Herz zerrissen, ihn so weinen zu hören. Und ich wollte sofort zu ihm. Egal wie. Aber dann musste ich bald wieder mit dem Pfleger rein und hatte erstmal keinen Ausgang mehr.

Meine Bezugsbetreuerin kam die nächsten Tage täglich, um für mich da zu sein. Die ersten 2 Tage lag ich jedes Mal fast die ganze Zeit weinend in ihrem Arm und sie hat mich einfach gehalten, mir gut zu geredet, mich weinen lassen und war für mich da.

Nach diesen 2 akuten Tagen, fing ich an, alles zu verdrängen, und machte normal weiter. Ich kam rasch auf die offene Station und sollte am Mittwoch entlassen werden, weil am Freitag Papa Geburtstag hatte und die Beerdigung den Donnerstag drauf war. Das habe ich auch, trotz heftiger Selbstverletzung in der Nacht zu Mittwoch, geschafft.
Und dann war ich 1 1/2 Tage in der Wg und durfte und strengen Auflagen, Regeln und Absprachen eine Woche zu Papa fahren.

Auch die Woche habe ich gut geschafft, alle Regeln eingehalten, hatte täglichen Kontakt zu den Betreuern und kam dann Samstags wieder. Ich hab die ganze Zeit einfach nur funktioniert. Hier ging das dann noch eine oder zwei Wochen weiter mit dem Verdrängen und funktionieren und seit zwei Wochen glaube ich, klappt es einfach nicht mehr. Es kommt andauernd hoch, ich breche andauernd zusammen, funktioniere nicht wie ich möchte und bin andauernd überfordert. Habe das starke Bedürfniss nach Ruhe und Entschleunigung, doch trotz 2,5 mg Tavor täglich und anderen Medis komme ich nicht zur Ruhe.

Zwei bis 3 Montate war die Essstörung auch so schlimm wie Jahre nicht. In der Klinik wurde mir mit Zangsernährund gedroht und als ich zurück in der WG war, wurde mir gesagt, wenn das in ein paar Wochen immer noch so ist, dann muss ich deswegen in eine spezielle Klinik. Ich habe Wochen/Monatelang täglich mehrmals erbrochen und Nächte mit Essen/erbrechen verbracht…
Wenigstens das habe ich seit einer Woche wieder im Griff. Zumindest das erbrechen.
Ich habe in der Zeit des Verdrängens auch viel Sport gemacht. Viel und schnell spazieren, Fahrrad fahren, stundenlang Bahnen schwimmen… es war wie ein Zwang.

Und jetzt hat mich die Depression eingeholt. Kaum Sport, nur essen wenn ich muss, viel Erschöpfung, Angst, Trauer die mich zerfrisst und viele emotionale Zusammenbrüche. Überforderung, viele Tränen. Mein Gedächtnis funktioniert kaum, ich kann mir kaum etwas merken. Ich kann mich kaum Konzentrieren und das Reden fällt mir auch sehr schwer.

Doch irgendwie schaffe ich den Alltag. Mit Tränen, Wut, Trotzanfällen. Aber ich schaffe ihn. Ich muss ja, irgendwie.

Das einzige, was mir etwas Ruhe bringt und wo ich Gefühle zeigen kann, ist das Malen. Deswegen habe ich jetzt auch ab nächste Wochen Kunst- und Gestaltungstherapie, in der Hoffnung, dass es mir bei der Trauerverarbeitung hilft.
Und zum Glück habe ich hier einige sehr gute Freundinnen, die immer für mich da sind und die ganzen Betreuer, die mir helfen, mir zuhören (falls ich mal was anständiges zusammen kriege) und einfach für mich da sind, nach mir schauen und mich unterstützen.

Ich muss es schaffen. Ich will nicht wieder in die Klinik…obwohl… manchmal doch. Einfach weil ich nicht mehr kann. Und zum Glück weiß ich, dass wenn gar nichts mehr geht, ich wieder dort hin kann.
Nebenbei wird jetzt auch mein Tavor ambulant reduziert und dann ausgeschlichen. In der Klinik habe ich fest 3 mg bekommen und bis zu 4 mg als Bedarf. Jetzt bin ich „nur noch“ bei 2,5 mg. Ich hab Angst, wie es ist, wenn es weg ist. Wie schlimm es dann wird. Ob ich das alles dann wirklich nicht mehr aushalte. Oft habe ich das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten, aber irgendwie geht es doch weiter. Aber irgendwann halt auch nicht mehr…

It goes on!

Heute kam eeeeeendlich die Zusage, dass ich in die neue Einrichtung ziehen darf! Endlich hat das Amt sich entschieden! Mir ist ein riesen Felsbrocken vom Herzen gefallen, das kann ich euch sagen. Endlich wieder Hoffnung und nicht nur in der Depression schwimmen!

Jetzt steht natürlich eine Menge Arbeit und Stress vor mir. Aber das nehme ich gerne in Kauf für ein neues Leben! Mit mehr Hilfe und Therapie und die Unterstützung, die ich brauche. Dafür, weniger einsam zu sein und zu allem etwas Abstand zu bekommen. Ich freu mich!

Vorraussichtlich geht’s am 26. Schon los, wenn die Umzugsfirma da Zeit hat! Oh Gott ich bin so aufgeregt 🙈

Neues Jahr, neues Glück!

So ihr lieben, es steht fest, ich ziehe Ende Januar/Anfang Februar in die neue Einrichtung nach Bayern! Mittlerweile, seit ich dort war zum anschauen, freue ich mich richtig und kann es kaum abwarten. Es ist wirklich toll dort und sehr klein, wir sind insgesamt dann 10 Frauen, in 2 Häusern. Und die Betreuer, die ich kennen gelernt habe, sind mega nett und herzlich und haben echt Ahnung, von dem was sie machen und kennen sich sehr gut mit meinen Krankheitsbild aus. Auch die 2 Frauen, die ich kennen gelernt habe, sind sehr sympathisch und offen gewesen, haben mir alles gezeigt, fragen beantwortet. Und mein Papa findet die Einrichtung auch super, er war mit mir dorthin zum Gespräch. Alle sind begeistert und freuen sich für mich 🙂 Und ich freue mich mega doll auf den Neuanfang!

Seit ich weiß, dass ich dorthin kann, habe ich auch wieder viel mehr Kraft. Und Motivation und Hoffnung. Nach Weihnachten bis gestern hatte ich Besuch und das tat auch sehr gut. 

Ich hab die nächste Zeit viel zu tun, und muss deswegen nur noch ein paar Mal in die Tagesstruktur. In 2 Wochen macht sie Ts zu und sie ziehen in ein anderes Gebäude und zur gleichen Zeit ziehe ich vermutlich auch um 🙂 Ich hab auch schon viel erledigt, für meine Verhältnisse. Ich habe meinen kompletten Schrank ausgemistet und mich endlich von Sachen getrennt, die schon seit Jahren nicht mehr passen und/oder kaputt sind. Ich habe x Umzugsfirmen angerufen bezüglich Kostenvorschläge und habe mich darum gekümmert, Sperrmüll zu bestellen. Ich hab aufgeschrieben, was ich alles mitnehmen und was zu Papa muss, denn mein Zimmer in der neuen Einrichtung ist kleiner. 

Die Woche ist auch voll. Morgen muss ich zur Ts, um 16 Uhr zu meiner Bezugsbetreuerin ins Büro und um 17 Uhr haben wir einen Termin mit meiner gesetzlichen Betreuerin. Dienstag habe ich einen Termin in Tiefenbrunn bei meiner alten Therapeutin, das beansprucht auch wieder fast den ganzen Tag und am Mittwoch kommen 2 Umzugsfirmen zum begutachten wegen der Kostenvoranschläge, einer vormittags und einer Nachmittags. Donnerstag muss ich dann zur Ts und habe wieder Ergo nachmittags und Freitag nur Ts und dann fahre ich vermutlich zu Mama und Papa. Und das sind nur die festen Termine… Ich muss noch einiges mehr erledigen. Puh das wird anstrengend. Aber ich schaffe das irgendwie 🙌 

Allen ein frohes, neues Jahr mit vielen Glücksmomenten und Lichtblicken! Ganz viel Kraft für euch 💜

Brenzliche Situation

Heute war ich mit meinem Bezugsbetreuer in der Stadt, und er fing schon wieder an, mich zu provozieren.
‚Ich habe schon wieder ohne ihre Erlaubnis jemanden angerufen!‘ So richtig provokant.
Ich bin ganz ruhig geblieben:‘ Achja, wen denn?‘
‚Frau P., ihre Psychiaterin, liebe Grüße von ihr! Sie scheint ja ganz nett zu sein.‘ In einem Ton…aaahh zum ausrasten!
Aber ich blieb weiterhin ruhig. Hatte echt keine Lust, mich in der Stadt zum Affen zu machen. ‚Achja, und warum?‘
‚Ja wegen ihren Medikamenten. Den Bedarfs-Medis. Da stand so viel, das war mir nicht recht, jetzt hat sie 2 gestrichen.‘
JA DANKE, NEHMEN SIE MIR RUHIG NOCH DAS LETZTE, WAS MICH VOR SCHLIMMEREN BEWAHRT. Aber ich bin ruhig geblieben, auch wenn es in mir tobte.
‚Aha und was?‘
‚Ja, das weiß ich nicht genau. Aber ich habs mir aufgeschrieben, sag ich Ihnen, wenn wir im Büro sind.‘
Guuut, angepisst bin ich immer noch, aber ich fands nicht ganz so schlimm wie gestern. Aber scheinbar hat er nichts verstanden. Nicht ansatzweise.
Heute morgen habe ich mit Frau Pu. geredet, meine Lieblingsbetreuerin aus dem Frühdienst. Sie meinte allerdings, ich solle mich nicht so anstellen und nicht ünertreiben. Ich konnte nicht mal erzählen, was los war, weil sie meinte, sie wisse alles, sie hatte Nachtdienst und er hatte ihr das in der Übergabe gesagt.
Ja toll. Dann hab ich gesagt, dass er sicher nicht erzählt hat, wie er mich die ganze Zeit provoziert hat. ‚AAAAch das kann der gute Herr B. doch gar nicht! Der ist doch immer so ruhig und lieb!‘
Jaja, Arsch lecken. Schön, wie mir keiner glaubt. Habe das Gespräch dann beendet, weil ich echt keine Lust hatte, wieder so wütend wie gestern zu werden.

Als wir dann aus der Stadt kamen, sind wir ins Büro, um den Bedarf, der abgesetzt wurde, aus dem Umschlag für die nächsten 2 Wochen zu nehmen und wollten ihn eigentlich ersetzen. Naja, wie ich schon schrieb, war das Ersatzmedikament leer. Er sagte, nächste Woche würde neues kommen – ich könnte ja dann von meinen Eltern her fahren und noch was abholen. Ja klar, ich fahr eben 100 km um mir Tabletten zu holen, weil die es nicht geschissen kriegen, rechtzeitig welche zu bestellen!
Ich habe dann das abgesetze Medikament zurück in die Schachtel getan und wollte die Schachtel behalten, meinte, es wäre ja schließlich meins und zum weg schmeißen zu schade. Da hat er gesagt, ich soll es ihm geben. Ein paar Mal. Da wurde ich irgendwann trotzig, er wollte meinen Vater anrufen oder die Polizei, damit sie mir das mit Gewalt weg nehmen. Und fast wären mir die Sicherungen durch gebrannt und ich hätte sie alle auf einmal genommen, aus Trotz und um ihm zu zeigen, dass es sehr wohl meine sind und ich sie haben kann, wenn ich will.
Zum Glück habe ich es nicht gemacht! Da hätte ich mir ein Eigentor geschossen und die nächste Zeit in der geschlossenen verbracht, und wäre vielleicht sogar hier raus geflogen. Ich hab ihm die Medis dann gegeben, obwohl ich sie so gern behalten hätte.

Sagt mir, wie soll ich es lernen, verantwortungsbewusst mit Medikamenten umzugehen, wenn ich nie die Chance habe, es zu zeigen? Wenn ich nie beweisen kann, dass sich in dem einen Jahr was getan hat? Oft genug hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich überzudosieren, aber hab ich es getan? Nein! Warum gibt mir niemand die Chance, es zu beweisen? Zu zeigen, dass es klappt? Oder wenigstens die Möglichkeit, es zu probieren. Aber nein, alle sagen immer nur, sie können das nicht. Aber die Chance, Möglichkeit, es zu lernen, bekommen ich auch nicht!

So, genug gemeckert. Ich hab meine Medis genommen und werde jetzt noch ein wenig lesen und dann schlafen. Gute Nacht 🙂

Stressiger Tag

Heute Nachmittag hatte ich ziemlichen Stress mit meinem Bezugsbetreuer – mal wieder.
Gegen Nachmittag rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass mein Bezugsbetreuer sie angerufen habe. Er wollte fragen, ob er die Tabletten für 2 Wochen stellen muss oder ob es reicht, wenn er die für eine Woche stellt, und den Rest in nem Briefumschlag mit gibt und meine Eltern die dann stellen können für die zweite Woche. Und ob sie mir die Tabletten einteilen und verwalten würden. Und irgendwas hat er gefaselt wegen Geld, ob es reicht, wenn er mir den Rest Verpflegungsgeld mit gibt oder so.
Als Mama mir das erzählt hat, bin ich fast ausgerastet! Wieso fragt er nicht mich, bevor er meine Eltern anruft? ICH nehme schließlich die Tabletten und ich bin durchaus in der Lage, die selbst zu stellen. Das weiß er auch, mach ich ja hier im Büro auch andauernd. Außerdem war ich sehr angepisst, dass er das hinter meinem Rücken getan hat.
Ich habe ihn dann angerufen und gefragt, was das soll. Er ist dran gegangen und ich meinte: Meine Eltern haben mich angerufen. Und er: Aha, warum?
JA ALS OB SIE DAS NICHT WÜSSTEN!
Der hätte mir das nicht gesagt. Er meinte daraufhin, als ich fragte warum er nichts gesagt hat, dass er schließlich anrufen könnte, wen er wollte und mir keine Rechenschaft ablegen müsste. Nur dass er damit mein Vertrauen gebrochen hat, ist ihm wohl nicht bewusst. Und das nicht zum ersten Mal! Genau die gleichen Probleme hatten wir schonmal, dass er was hinter meinem Rücken gemacht hat, und mich nicht informiert hat. Danach haben wir eigentlich beschlossen, dass er mich wenigstens informiert. Weil wir damals ewig lange richtig Stress hatten. Zudem hat er mir mal wieder nicht zu gehört, denn ich hatte ihm bereits vor Wochen gesagt, dass ich nur eine Woche bei meinen Eltern bin und die zweite Woche in Aachen bei einer Freundin. Wüsste er nichts von, hätte ich ihm angeblich nicht erzählt. Das habe ich jedem hier erzählt, jedem!!
Als ich später bei ihm im Büro war, um meine Medis zu stellen für die 2 Wochen (Ja, ich kanns scheinbar schon…), hab ich ihn nochmal gefragt, warum er meine Eltern angerufen hat. Erst meinte er, er würde so gern mit den telefonieren. Da meint ich nur, jaja witzig, und warum wirklich? Er: Ja ich wollte mich vergewissern wegen den Medis, dass ihre Eltern drauf achten und fragen, ob ich die stellen muss oder ob ihre Eltern das machen können.
JA ICH NEHME DIE TABLETTEN; NICHT MEINE ELTERN! VIELLEICHT SOLLTEN SIE MICH VORHER MAL FRAGEN; BEVOR SIE MEINE ELTERN ANRUFEN; HINTER MEINEM RÜCKEN! FALLS SIE ES VERGESSEN HABEN; ICH BIN EINE ERWACHSENE FRAU UND KEIN KLEINKIND; ÜBER DAS MAN ENTSCHEIDEN MUSS!!!
Da sagte er nur: Ahja.
Ich dachte ich dreh durch! Provoziert der mich weiter, statt mit mir zu reden und das zu klären!
Dann wollte er mir die Medis nicht geben. Ich würde die Samstag oder Sonntag von seinem Kollegen bekommen. Und mein Geld wollte er mir auch erst nicht geben. Da hab ich ihn gefragt, was er denn bitte denkt. Dass ich jetzt zu Rewe gehe und mir 10 Pullen Wodka kaufe und damit die ganzen Tabletten runter spüle. Da hat er eiskalt gesagt: Solange sie hier sind, passiert nichts und wir passen auf. Wenn sie am Sonntag weg fahren, ist mir scheiß egal, was sie dann machen mit den Tabletten!
Ich hab gedacht ich hab Halluzinationen. Ehrlich, war das sein Ernst? Scheinbar schon!
Bin dann irgendwann gegangen, hatte ja eh keinen Sinn mehr. Geld hab ich dann noch bekommen.
Habe dann noch eine andere Betreuerin getroffen und mit ihr geredet und sie ist auch der Meinung, dass das nicht oke ist. Nicht, was er hinter meinem Rücken macht und erst recht nicht, was er sagt. Sie wüsste auch nicht, was mit dem los sei. Denn sonst ist der so eigentlich nicht. (Vor ein paar Wochen hat er, als es mir ziemlich schlecht ging, allerdings gesagt, dass er froh ist, wenn ich endlich weg bin, in der Klinik, und er mich los ist. Aber eigentlich ist der wirklich nicht so.)Ich solle morgen noch mal in Ruhe mit ihm reden, wenn die Gemüter sich wieder etwas beruhigt haben und einen Vetrag mit ihm machen, dass er nichts mehr hinter meinem Rücken macht. Ja, das wollte ich letztes Mal schon, denn ich muss auch immer irgendwelche blöden Verträge mit den machen, aber er wird den nicht unterschreiben. Wollte er letztes Mal schon nicht. Er sieht es einfach nicht ein.

Vor Frust bin ich später noch bei Aldi einkaufen gegangen und hab total tolle Sachen gefunden. 3 Kuschelpullis, für je 3 Euro!
Ein Aquarell-mal-Set zum lernen, ein Zeichen-lern-Set, Acrylfarbe, und ein Buch für Acrylmalerei.

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Die Malsachen werde ich mir schön in Geschenkpapier einpacken und mir selbst zu Weihnachten schenken 🙂 Mache ich jedes Jahr, letztes Jahr gab es einen Karton voller Bücher 🙂
Die Malsachen passen ja gut zu meinen Vorsätzen für das neue Jahr, womit ich ja eigentlich jetzt schon angefangen hab. Was ich aber ganz gut finde =) Man sagt viel zu oft ‚Morgen fang ich damit an‘ und sagt es immer wieder, schiebt es immer wieder vor sich her.

Gute Vorsätze

Das Jahr 2015 geht bald zu Ende und wie fast jeder andere auch, habe auch ich ein paar gute Vorsätze für das neue Jahr parat!
Hier sind sie:
– Ich möchte meine Krativität wieder einsetzen. Heißt: Mehr bloggen, schreiben und malen und zeichnen wieder anfangen!
– gesünder Essen und mehr Bewegung
– mehr Zeit für mich selbst nehmen, also mehr lesen, allein spazieren gehen usw.
– Medienfreie Zeit am Tag einplanen, also ohne Laptop, Tv, Handy
– Mehr reden, mich versuchen zu öffnen, meine Probleme versuchen in Worte zu fassen, mich meinen Problemen stellen
– Besser zu meiner Seele und meinem Körper sein
– Langsam wieder mit Arbeit oder Studium anfangen

Ich denke, das sind Vorsätze, die man gut umsetzen kann. Vor allem, wenn ich Anfang des Jahres zur Therapie gehe. Allerdings kann ich manche Dinge nur alleine schaffe, bzw. muss ich den Anfang alleine machen und über meinen Schatten springen, meinen inneren Schweinehund überwinden.
Andere Menschen haben Vorsätze wie ‚Ich höre mit dem Rauchen auf‘, aber das finde ich immer sehr krass und ich persönlich weiß, dass ich es nicht schaffen würde, und ich will es auch gar nicht.
Ich will mir realistische Ziele setzen, und vor allem solche, die mich auch in meinem Leben weiter bringen, von den ich provitieren kann. Ich möchte vorran kommen, nicht mehr weiter auf der Stelle treten. Das deprimiert zusätzlich noch mehr. Ich hoffe, die stationäre Therapie wird mich weiter bringen, etwas stabiler machen und ich komme besser mit mir selbst klar.
So ganz sicher, was ich machen möchte, bin ich mir noch nicht. Im Moment tendiere ich zum Studium Sozialer Arbeit, oder eben eine Ausbildung. Aber welche? Krankenpflegerin? Oder lieber etwas, was psychisch weniger belastbarer ist? Liebe etwas, was mir Spaß und sehr viel Freude macht, oder etwas, was mich weniger belastet und langfristig ‚einfacher‘ ist, mit einer kaputten Psyche?
Ich denke, ich werde erstmal zur Therapie gehen, das sind ja auch mindestens 3 Monate erstmal, und dort kann ich auch Arbeitsversuche machen um zu schauen, wie belastbar ich bin. Und dann kann ich ja zusammen mit meinen ‚Helfern‘ schauen, wie es weiter gehen kann und was machbar ist.
Auch ob ich hier wohnen bleiben will, weiß ich nicht genau. Irgendwie schon, weil es mir schon irgendwie Halt und Sicherheit gibt, auch wenn es nicht perfekt ist. Es ist besser als gar nichts. Auf der anderen Seite sehne ich mich so nach meine Lieblingsstadt, der Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit. Aber ich denke, gerade wenn ich wieder anfange, zu Arbeiten oder zu studieren, dann ist es umso wichtiger, dass ich ein sicheres Netz habe, was mich auffangen kann, falls es zu viel wird. Und eigentlich bin ich ja ganz selbstständig hier; eigene Wohnung mit meiner Mitbewohnerin, kann tun und lassen was ich will, und es ist trotzdem immer jemand da, wenn ich wen brauche. Und ich bekomme Unterstzützung, wo ich sie brauche. Also meistens.. aber es ist besser als nichts.
Das einzige, was fest steht: Falls ich hier ausziehe, ziehe ich in kein betreutes Wohnen mehr.

Heimweh..

Ich war heute in G., jemanden in der Klinik besuchen. Mit einer anderen Klientin von hier. Ich hab mich so gefreut, in meine Lieblingsstadt zu fahren und es war so toll. Und in der Klinik zu sein, wo ich letztes Jahr oft war, war komisch. Manchmal, wenns mir sehr schlecht geht, wäre ich gern wieder da. Oder, so bekloppt es klingt, wenn ich es hier in der Stadt nicht mehr aushalte, wäre ich lieber in meiner Lieblingsstadt in der Klinik, als hier.
Als wir auf dem Rückweg waren, ging es mir dann sehr, sehr schlecht. Wollte in G. Bleiben, nicht weg dort. Oder abhauen, wo ganz anders hin. Hätte ich E. Nicht dabei gehabt, wäre ich jetzt nicht wieder in der Einrichtung. Alles in mir hat sich so dagegen gesträubt, hier wieder her zu kommen. Alles und ziemlich stark. Ich hatte/habe Suizidgedanken. Ich halte das Leben so hier nicht mehr aus. Nicht mehr lange. Doch leider siegte die Vernunft und ich bin zurück. Musste dann noch zum Nachtdienst, meine Medis holen und hab nach Bedarf gefragt. Die sind hier alle so unfähig!! ICH musste ihr sagen, wo der Ordner ist, wo drin steht, wie viel Bedarf ich haben darf. Dann musste ich ihr das noch aufschlagen, raus suchen und zeigen. Dann durfte ich mir anhören, ob es denn wirklich nötig ist, so viel zu bekommen und warum überhaupt. Ich sollte doch zusehen, so wenig wie möglich zu nehmen. Es ist ja nicht so, als würde ich das tun. Wenn ich mal nach Bedarf frage, dann muss es mir schon sehr schlecht gehen. Und ich bin stolz drauf, dass ich mich mittlerweile traue zu fragen! Die sind alle so inkompetent. Ich will hier weg. Ich will nicht von anderen abhängig sein. Will nicht mehr bestimmen lassen, wann ich wie viel Geld ausgebe. Mag mich nicht mehr rechtfertigen müssen,  wenn es mir schlecht geht. Ich hab so Heimweh nach meiner Lieblingsstadt! Unglaublich. Jetzt liege ich im Bett, ärger mich und muss die Tränen zurück halten, weil ich hier sein muss.
Ich werde Freitag mal mit meiner gesetzlichen Betreuerin reden, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, wieder in meine Lieblingsstadt zu ziehen. Meinetwegen auch alleine! So geht das nicht weiter. Ich bin todesunglücklich…