16.5.2019

Heute war es etwas ruhiger – was ich definitiv gebraucht habe.
Ich hatte heute zwar Küchendienst, aber es war okey.

Vorm Kochen hatte ich noch Einzel bei meiner Bezugsbetreuerin und es war sehr gut. Sie war nicht böse oder enttäuscht- wovor ich Angst hatte. Wir haben die VA besprochen von letztem Freitag und sie hat das zum Glück alles sehr gut verstanden.
Denn in Hochspannung kann ich mittlerweile gut skillen und mich daraus holen – aber wenn dieses depressive mich erdrückt und erstickt habe ich noch nichts gefunden. Die Hoffnungslosigkeit ist dann sehr groß und steht mir im Weg. Und ich habe mir ja sogar Hilfe geholt am Freitag – doch da wusste die Betreuerin auch nicht richtig, wie sie mir da helfen konnte. Wir haben viel geredet und ich hab einiges raus lassen können, aber so wirklich geholfen hat das dieses Mal nicht. Wir haben dann im Einzel geschaut. wie die Hilfe in diesem Fall aussehen könnte, da Hochstressskills und Ablenkung nicht helfen. Wir haben rausgefunden, was eigentlich der Grund dafür war, dass es mir so schlecht ging und ich so drauf war: Ich war so sehr verletzt und war wieder die kleine Franzi, nicht die Erwachsene. Und die Kleine brauch natürlich andere Dinge, wie getröstet werden oder einfach mal traurig sein dürfen. Da helfen keine Hochstressskills. Meine Bezugsbetreuerin meinte dann, dass man, wenn ich in so einer Stimmung komme und Hilfe brauche, erstmal schauen müsse, wer da steht und was das Problem ist und vor allem, was gebraucht wird. Ich denke, sie wird das Ergebnis so nächste Woche im Team besprechen, damit auch die anderen Betreuer bescheid wissen und mir helfen können, wenn sie mal nicht da ist oder keine Zeit hat.

Dann hatten wir heute noch Stabi (Stabilisierungsgruppe), was eigentlich ganz okey war, es ging über Stress, chronischen Sress, Anspannung, und was das alles mit unserem Körper macht. Und was man lang- und kurzfristig dagegen machen kann. Das war nicht sonderlich viel neues, aber nicht schlecht, das nochmal so gehört zu haben und sich was dazu notieren zu können.

Danach hab ich geschlafen. Bis 21 Uhr 😀 Und dann musste ich noch den Abenddienst machen. Ich hab leider nicht alles richtig geschafft heute, also ich sollte mind. 3 Maschinen Wäsche waschen, hab aber nur eine geschafft, weil ich den ganzen Nachmittag geschlafen hab. Und vorm Tasche packen hab ich mich auch gedrückt, aber jetzt ist es erledigt 😀
Ich fahre nämlich morgen zu meiner Familie bis Montag =) Das 2. Mal erst dieses Jahr, das letzte Mal war ich ende Januar/Anfang Februar da, auch weil ich ja dann so lange in der Klinik war. Ich freu mich richtig! ❤

Jetzt liege ich wieder im Bett, hab meine alte Lieblingsband wieder entdeckt und höre deren Musik und werde vielleicht noch etwas lesen und dann hoffentlich weiter schlafen. Morgen der Tag wird wieder lang.

15.5.2019 – Therapiereicher Tag

Ich hatte heute Körpertherapie und Psychotherapie – letzeres zum ersten Mal bei diesem Arzt. Und ich war sehr aufgeregt und eh schon ziemlich kaputt vom Tag und besonders von der Körpertherapie. Und Angst hatte ich auch – weil er eben ein Mann ist und ich lange keine wirkliche Psychotherapie hatte.

Doch ich war überrascht. Der Termin war sehr gut. Wir haben besprochen, was ich von der Psychotherapie erwarte und dann hat er erzählt, was er so im Kopf hat, wie das so ablaufen wird. Ich hatte mir extra schon Ziele überlegt und es passte ziemlich gut überein mit dem, was er sich vorstellt. In dieser Psychotherapie soll es hauptsächlich um die Depression/depressiven Phasen gehen. Und das klingt ziemlich gut, was er so vor hat. Aber es wird auch anstrengend. Es wird so klassische Verhaltenstherapie bei Depressionen. Er war erstaunt, dass ich noch nicht so viel in diesem Bezug gemacht hab in Therapien, aber es ist nicht schlimm.
Wir haben erste Ansätze gefunden, wo wir anfangen können – zum Beispiel mein Wunsch/Drang perfekt zu sein. Ich soll jetzt die ganze Therapie über eine Diary Card führen, aus verschiedenen Gründen: Um zu sehen, wie die Woche Stimmungsmäßig war, aber auch, wie die Anspannung war und vor allem wie das alles zusammen hängt.

Die Körüertherapie war, wie immer, sehr intensiv. Aber ich bin recht zufrieden daraus und es fühlt sich immer noch gut an. Erst ging es um diese 2 Seiten in mir, die so abgespalten sind. Einmal diese lebensfrohe, laute, funktionierende, bunte Seite (Paradiesvogel, wir haben in der Therapie ein Eulen-Kuscheltier als Symbol dafür) und dann der bedürftige, Gefühle habende, traurige, einsame Teil (der Esel, den haben wir auch als Kuscheltier als Symbol für diese Seite). Ob sie sich kennen, vielleicht sogar zusammen arbeiten. Letzeres leider nein. Aber das ist unser Ziel. Ich sollte aufmalen, was auf den zwei Seiten steht. Welche Schlagworte für die Eule und welche für den Esel. Sie sagte, man kann nicht das ganze auf einmal bearbeiten und müsse es etwas auseinander dröseln, um sich stück für stück die Probleme/Bedürfnisse/Erfahrungen vorzunehmen und zum Beispiel in positive Gedanken oder Glaubenssätze umzuwandeln oder Bedürfnisse (selbst) zu erfüllen (lernen). Wir haben uns diese Stunde der Überforderung und Einsamkeit gewidmet und haben eine Übung dazu gemacht. Eine Imaginationsübung mit der Idealen Mutter und dem Idealen Vater; mich beschützt und verstanden zu fühlen; zu erfahren, dass jemand für mich da ist und alles aushält, mich geborgen zu fühlen; und so die heutigen Bedürfnisse selbst erfüllen zu lernen. Was sich natürlich jetzt so einfach schreibt, aber es ist harte Arbeit, die Wochen/Monate in Anspruch nimmt. Viel Übung, Disziplin usw..
Desweiteren soll ich die nächsten Monate Abends immer in die Metaebene gehen und schauen, wie sehr die Eule aktiv war und wie viel Beachtung der Esel bekommen hat, und dies soll ich jeden Abend in eine Gefühlsskala eintragen.
Beispiel: Wenn ich den ganzen Tag funktioniert habe, mich nicht um meine Bedürfnisse gekümmert habe, meine Gefühle nicht beachtet habe – dann wird die Eule auf der Skala von 0 bis +10 eine hohe Zahl bekommen und der Esel auf der Skala von -10 bis 0 eine sehr niedrige. Erstmal nur, um alles zu beobachten. Aber Ziel ist, dass die Teile irgendwann miteinander arbeiten und es nicht mehr so diese Extremen gibt, das alles nicht mehr so abgespalten ist voneinander.

So. Das war viel heute. Allein diese zwei Termine. Nebenbei waren noch die üblichen Termine vom Wochenplan. Und ich bin eigentlich schon ewig echt fertig und sehr müde – doch die Gedanken sind so laut und viel, dass ich nicht schlafen kann. Und da ich mir letzte Woche eh vorgenommen hab, es zu versuchen, abends meine Gedanken aufzuschreiben in der Hoffnung, für Entlastung zu sorgen, habe ich jetzt einfach angefangen.
Gerade ist in meinem Kopf diese Frage, wie ich das langfristig schaffe. Diese vielen Termine, intensiven Therapien. Ich denke, ich muss für einen guten Ausgleich sorgen. Aber jetzt ist mein Kopf etwas leerer, ich habe ein Hörspiel an, und hoffe, bald schlafen zu können.

 

 

Aufgeben ist keine Option

Hey ihr Lieben…

Ich bin wohl echt krass abgestürzt, stand kurz vor der (Zwangs)Einweisung.. doch ich habe noch eine Chance bekommen, es so, ohne Klinik, zu schaffen. Dank unserer Ergotherapeutin, die mit mir ein „Wofür“ gesucht und gefunden hat, dank meinem Überlebens- und Lebenswillen, dank meinem Daddy, der so gut mit macht und dank meinen lieben Mitbewohnern hier!

Wenn ich weiß wofür ich kämpfen muss, soll, will, dann fällt es mir leichter, als wenn nur das große, schwarze Nichts vor mir ist, ich kein Ziel mehr habe und keinen Sinn mehr im Kämpfen sehe.

Ich darf im Moment nicht weg fahren, und will auch nicht zu Papa heim. Obwohl ich Papa so sehr vermisse. Aber ich glaube, ich würde es im Moment nicht aushalten daheim.. die ganzen Erinnerungen, diese Leere und Ruhe… Und das habe ich vor 1 1/2 Wochen meinem Papa erzählt. Da ich ja bald Geburtstag habe, wollte ich eigentlich die Woche danach heim fahren um mit meiner Familie zu feiern und mit meiner Familie was zu unternhemen, um einfach mal raus zu kommen. Doch das trau ich mir nicht zu, und so meinte Papa, er würde mich das Wochenende nach meinem Geburtstag besuchen kommen und mit mir feiern, essen gehen oder so. Unsere Ergotherapeutin war nicht so begeistert, weil sie meinte, ich würde ja dann wieder kriegen, was ich will, ohne was dafür zu tun. Ich hab erstmal angefangen zu heulen… dann hat sie mir was Bildlich erklärt und ich habe es allmählich verstanden. Sie kam dann auf die Idee, dass mein Papa nur kommt, wenn ich mich an bestimme Regeln halte. Keine Selbstverletzung, Skills üben, Spannungsprotokoll und Diary Card führen, Wunden heilen lassen und regelmäßig zur Wundkontrolle… Dann hätte ich ein wofür und würde kämfen. Das hatte ich schon einmal geschafft, als ich zu einem Festival wollte und dort ähnliche Voraussetzungen hatte, um dorthin zu können. Und das hat gut geklappt. Und dann fing alles an, die Suizide, meine Mama fiel ins Koma… und alles war hinüber. Deswegen zweifelte ich, ob es wieder klappt. Und ich konnte das meinem Daddy nicht erzählen. Aber ich war einverstanden, es zu probieren. Damit hatte ich nun ein Hintertürchen geschlossen, aber ich wollte und will ja raus aus dem Loch. Also haben wir direkt Papa angerufen, ihm das erklärt und er macht mit. Er gibt auch nicht nach, falls er nicht kommen darf und ich ihn weinend anrufe und bettele, dass er doch kommt.

Im ersten Moment war ich dann doch ziemlich verblüfft, dass ich das wirklich getan und mich einverstanden erklärt hatte. Und hatte/habe große Zweifel, dass das so lange klappt. Aber: 1 1/2 Wochen hab ich schon geschafft. Jetzt muss ich noch 2 Wochen schaffen und dann ist Papa endlich da ❤ Bislang läuft es okey. Es gab schon echt kritische Situationen, aber irgendwie hab ich es geschafft. Und die Betreuer glauben ganz fest an mich und zweifeln kein Stück, dass ich das schaffen werde. Sie glauben für mich mit, wenn ich mal nicht dran glauben kann.

It goes on!

Heute kam eeeeeendlich die Zusage, dass ich in die neue Einrichtung ziehen darf! Endlich hat das Amt sich entschieden! Mir ist ein riesen Felsbrocken vom Herzen gefallen, das kann ich euch sagen. Endlich wieder Hoffnung und nicht nur in der Depression schwimmen!

Jetzt steht natürlich eine Menge Arbeit und Stress vor mir. Aber das nehme ich gerne in Kauf für ein neues Leben! Mit mehr Hilfe und Therapie und die Unterstützung, die ich brauche. Dafür, weniger einsam zu sein und zu allem etwas Abstand zu bekommen. Ich freu mich!

Vorraussichtlich geht’s am 26. Schon los, wenn die Umzugsfirma da Zeit hat! Oh Gott ich bin so aufgeregt 🙈

Neues Jahr, neues Glück!

So ihr lieben, es steht fest, ich ziehe Ende Januar/Anfang Februar in die neue Einrichtung nach Bayern! Mittlerweile, seit ich dort war zum anschauen, freue ich mich richtig und kann es kaum abwarten. Es ist wirklich toll dort und sehr klein, wir sind insgesamt dann 10 Frauen, in 2 Häusern. Und die Betreuer, die ich kennen gelernt habe, sind mega nett und herzlich und haben echt Ahnung, von dem was sie machen und kennen sich sehr gut mit meinen Krankheitsbild aus. Auch die 2 Frauen, die ich kennen gelernt habe, sind sehr sympathisch und offen gewesen, haben mir alles gezeigt, fragen beantwortet. Und mein Papa findet die Einrichtung auch super, er war mit mir dorthin zum Gespräch. Alle sind begeistert und freuen sich für mich 🙂 Und ich freue mich mega doll auf den Neuanfang!

Seit ich weiß, dass ich dorthin kann, habe ich auch wieder viel mehr Kraft. Und Motivation und Hoffnung. Nach Weihnachten bis gestern hatte ich Besuch und das tat auch sehr gut. 

Ich hab die nächste Zeit viel zu tun, und muss deswegen nur noch ein paar Mal in die Tagesstruktur. In 2 Wochen macht sie Ts zu und sie ziehen in ein anderes Gebäude und zur gleichen Zeit ziehe ich vermutlich auch um 🙂 Ich hab auch schon viel erledigt, für meine Verhältnisse. Ich habe meinen kompletten Schrank ausgemistet und mich endlich von Sachen getrennt, die schon seit Jahren nicht mehr passen und/oder kaputt sind. Ich habe x Umzugsfirmen angerufen bezüglich Kostenvorschläge und habe mich darum gekümmert, Sperrmüll zu bestellen. Ich hab aufgeschrieben, was ich alles mitnehmen und was zu Papa muss, denn mein Zimmer in der neuen Einrichtung ist kleiner. 

Die Woche ist auch voll. Morgen muss ich zur Ts, um 16 Uhr zu meiner Bezugsbetreuerin ins Büro und um 17 Uhr haben wir einen Termin mit meiner gesetzlichen Betreuerin. Dienstag habe ich einen Termin in Tiefenbrunn bei meiner alten Therapeutin, das beansprucht auch wieder fast den ganzen Tag und am Mittwoch kommen 2 Umzugsfirmen zum begutachten wegen der Kostenvoranschläge, einer vormittags und einer Nachmittags. Donnerstag muss ich dann zur Ts und habe wieder Ergo nachmittags und Freitag nur Ts und dann fahre ich vermutlich zu Mama und Papa. Und das sind nur die festen Termine… Ich muss noch einiges mehr erledigen. Puh das wird anstrengend. Aber ich schaffe das irgendwie 🙌 

Allen ein frohes, neues Jahr mit vielen Glücksmomenten und Lichtblicken! Ganz viel Kraft für euch 💜

Ein Kompliment?

Mir wurde vorhin im Skill-Einzeltraining gesagt, dass es sehr spannend und interessant ist mit mir zu arbeiten. Warum?
Weil die 2 Seiten von mir, die eine die gesund werden möchte und die andere die krank bleiben und noch tiefer in die Krankheit rutschen möchte, sich sehr schnell abwechseln und sehr verschieden sind oder sowas.
Soll ich das als Kompliment ansehen oder eher als Versuchskaninchen? Auf jeden Fall musste ich lachen 😀
Zudem haben wir festgestellt, dass ich sehr resistent bin gegen eklige Gerüche und scharfe Geschmäcker. Und das macht mich somit fast Hochstressskillresistent. Das macht alles noch schwieriger. Diejenigen, die schonmal DBT gemacht haben, wissen vielleicht wovon ich rede.
Und ich hatte vorgestern einen Rückfall. Jetzt musste mein Oberarm auch noch leiden..
Aber ich darf trotzdem am Wochenende nach Hause, mein Daddy hat Geburtstag und deswegen war mir das so wichtig.
Ich freu mich und am Wochenende gibt es dann noch einen ausführlicheren Post zu der letzten Zeit und ich werde eure Blogs lesen 🙂