Wir reden und reden aber reden aneinander vorbei…

Letzte Woche hatte ich einen Termin bei der neuen Psychiaterin. Sie ist sehr nett, aber irgendwie auch streng. Wenn man das im Zusammenhang mit einer Ärztin sagen kann. Aber auch sie versteht mich nicht. Ich rede und rede aber niemand versteht mich.
Mein Betreuer hat erzählt, dass ich Tabletten gesammelt habe und dann wollte sie wissen warum. Ich hab versucht, es zu erklären. Habe gesagt, dass ich sie als Sicherheit brauche, falls es mir sehr schlecht geht. Und ich mich nicht melden kann. Damit ich sie dann griffbereit habe und mich betäuben kann. Und sie denkt, ich kann nicht gut genug schlafen. Versteht es einfach nicht. Ich hab gesagt, dass ich keine Medis mehr nehmen will. Aber irgendwann hab ich resigniert und hab sie machen lassen. Nun wurde das Dominal erhöht.
2 mal habe ich die doppelte Dosis genommen und hatte jeden morgen einen Riesen Überhang, sodass ich mit der Betreuerin ausgemacht habe, hier in der Freizeit nur eine zu nehmen und zu Hause ein paar Tage 2 probiere, und vielleicht später in die Tagesstruktur komme. Vielleicht muss sich mein Körper auch nur dran gewöhnen. Wenns nicht besser wird, muss ich wohl noch mal zu der Ärztin…:|

Besser? Schlechter?

Ich bin verwirrt. Wir haben vorhin über Tabletten geredet, meine Betreuerin und ich. Und ich denke immer wieder nach, ob es mir besser geht. Besser im Gegensatz zu wann? Im Gegensatz zu letztem Sommer ja. Die Suizidgedanken sind nicht mehr so krass. Oder geht’s mir schlechter? Auch. Die Krisen werden immer stärker. Die Stimmungsschwankungen krasser.
Aber wir war das früher? Als alles anfing? Ich habe das Gefühl, dass es im laufe der nun ca. 10 Jahre immer schlimmer geworden ist. Seit fast 5 Jahren bin ich in Behandlung. Aber es wird nicht besser. Es ging mir von den 5 Jahren ca. 1,5 Jahre besser. Seit dem Absturz wird alles jedoch immer schlimmer. Es wird alles immer schlimmer, stärker, intensiver, emotionaler.

Meine Betreuerin macht mir einen Termin bei einer psychiaterin. Der 3. in 2 Jahren. Sie möchte, dasa ich ein Notfallmedikament bekomme, am besten Tavor. Und ich möchte es nochmal mit Antidepressiva probieren. Und was neues zum schlafen. Ein letzter Versuch.
Sie wird mitkommen, weil sie meinte, wenn man mich so erlebt, glaubt mir niemand, der mich nicht kennt, dass ich so krasse Krisen habe und starke Medikamente brauche. Sie möchte das erklären.
Ich weiß, dass es nichts wird, wenn ich das alleine mache. Ich lächel immer. Wirke wie eine sehr starke und selbstbewusste, lebensfrohe Person. Das ist alles meine Maske. Ich kann sie nur selten absetzten, nicht mal bei meiner Betreuerin oder Therapeutin. Auch wenn wir über ernste Dinge reden, es mir schlecht geht; ich lächel immer, lächel alles weg.
Das ist eigentlich ein großer scheiß, doch ich kann sie einfach nicht ablegen.

Durcheinander – auskotzpost.

Heute ist die erste Aufführung, vor 700 Menschen. Um 16.30 treffen wir uns zur Probe. Um 19 Uhr fängt das Stück an. Ich bin aufgeregt! Ich weiß noch nicht genau, was ich anziehen werde. Einen Rock, eine Strumpfhose, ja, aber was oben rum? Und was mache ich mit meinen Haaren? Und welche Schuhe ziehe ich an? Ich bin gerade wie ein richtiges Mädchen 😀 ;D

Ich habe bei meiner Psychiaterin angerufen. Habe für nächste Woche Dienstag einen Termin bekommen. Und ich habe ein wenig Angst. Sie wird sauer auf mich sein, weil ich aus der Klinik geflogen bin. Sie wird mir vorwerfen, dass ich gar keine Hilfe möchte und dass ich das alles gar nicht ernst nehmen würde. Aber das stimmt alles gar nicht. Aber eigentlich soll sie mir nur Tabletten verschreiben..

Dann habe ich noch einen Brief von meiner ehemaligen besten Freundin bekommen. Ich hatte Tränen in den Augen, war ein bisschen sauer auf mich und enttäuscht von mir. Aber am meisten bin ich angewiedert von der ganzen Menschheit. Diese ganzen, ekligen, überflüssigen Menschen, die nichts besseres zu tun haben, als über andere zu reden. Und Gerüchte erfinden. Es wiedert mich so an, dass ich am liebsten nie wieder etwas mit Menschen zu tun haben möchte. Ich weiß schon, warum ich mich immer mehr zurück ziehe. Man kann doch niemandem mehr trauen. Entweder wird man beschuldigt, irgendeinen Mist erzählt zu haben, oder es gehen Gerüchte rum, die ich erzählt haben soll. Natuürlich. Mich kotzt das so an! Mich wiedert das so an! Ich könnte kotzen, wirklich. Im Strahl. Ich habe kein Bock mehr auf diese scheiß verlogene Gesellschaft, die immer die Schuld bei anderen Suchen, aber nicht realisieren, dass jeder einzelne zur Gesellschaft gehört und dementsprechend auch Schuld ist, wie scheiße und verlogen sie ist. Auch ich gehöre dazu, aber ich versuche es nicht zu verleudnen….

Dipiperon und Psychiaterin…

Heute hatte ich ja den Termin mit meiner Therapeutin bei meiner Psychiaterin.
Erst bin ich zur Therapie gefahren, waren da eine halbe Stunde, haben geguckt was wir mit meiner Psychiaterin besprechen wollen und was sie wegen der stationären Therapie in Erfahrung gebracht hat. Der nächste reguläre Aufnahmetermin wäre erst am 24.7. glaube ich, aber da ich ja zeitlich flexibel bin, an nichts gebunden bin, kann ich auch jederzeit hin, wenn wer abspringt, was ja oft passiert. Letztes mal habe ich 3 Wochen gewartet…
Auf jeden Fall soll ich da morgen anrufen, nochmal kurz mit der Ärztin reden und der meine Handynummer geben, damit sie mich anrufen kann, sobald jemand abspringt. Also kann das jetzt ganz schnell gehen…AHHHHHH.
Gut. Dann sind wir in die Ambulanz gefahren zu meiner Psychiaterin. Heute morgen hab ich sie angerufen und gefragt, ob sie was dagegen hat, wenn ich meine Therapeutin mitbringe. Da kam nur ein abwertendes: Wieso denn das?!… Da habe ich nur gesagt, dass wir reden wollen wegen statioärer Therapie und so, da hat sie dann gesagt dass es oke ist, aber sie nicht so viel Zeit hat. Ja. Gut.
Also waren wir da. Hab sie gefragt, ob sie denn bitte ein Bogen von dem Reha-Antrag ausfüllen kann, da meine Therapeutin das nicht kann, da das ein Arzt machen muss. Da hat sie gemeckert, dass sie mich ja nicht lange kennt und so, meine Therapeutin war aber so intelligent und hat ihr schon was geschrieben, damit sie das einfach nur eintragen brauch. Okey, hat sie sich mit zufrieden gegeben. Nächstes Problem von ihr: Sie habe keine Zeit. Sie habe diese Woche keine Zeit und dann 3 Wochen Urlaub, sie wisse nicht, ob sie das nächste Woche schafft. Das wäre ja soooooooooo viel. Hallo?! Das ist ein Zettel, Doppelseitig bedruckt. Das dauert 10 Minuten, zumal meine Therapeutin ja schon alles vorgeschrieben hat. Dann fragte sie, wo der Bezahlungsbogen oder so ist, weil sie das ja bezahlt kriegen muss, wenn sie das ausfüllt. Das würde die Krankenkasse ja nicht übernehmen. (So langsam wird mir die Frau immer unsympathischer).
Dann hat sie gefragt, warum ich denn eine stationäre Therapie bräuchte, was denn so schlimm geworden wäre. Meine Therapeutin hat dann erzählt, was so los ist, und dass sie mich am liebsten schon vor den Prüfungen in die Klinik gesteckt hätte, wenn ich nicht unbedingt die Prüfung hätte schreiben wollen (Was ich SO genau übrigens auch noch nicht wusste). Sie meinte, die depressiven Symptome haben sich verschlimmert, die Symptomatik der PTBS ebenfalls, hat ein bisschen erklärt wovon das kam. Dann fragte meine Psychiaterin, warum ich denn keine Traumatherapie machen möchte, und ich habe einfach meine Therapeutin reden lassen. Die meinte halt, dass ich im Moment eh nicht stabil genug wäre für eine solche Konfrontation, ich müsse erstmal stabil werden, deswegen auch erstmal dort in der Klinik Therapie und dann Reha. Außerdem wäre es besser, wenn ich die Traumatherapie erst mache, wenn ich hier ausgezogen bin, damit ich nicht immer am Ort des Geschehens bin..
Ging dann so hin und her, die haben sich eigentlich unterhalten und ich hab zugehört, ab und zu hat meine Psychiaterin mich angeschaut, ich hab gegrinst und das wars. Manchmal habe ich auch etwas gesagt, whatever. War alles total komisch. Ich habe dann zum Schluss nochmal erwähnt, dass ich neue Tabletten zum schlafen brauche, da meine zu krasse Nebenwirkungen in der Dosis haben, wo sie wirken und ich sie deswegen gar nicht mehr nehme und kaum schlafen kann.
Sie fragte mich dann ob ich dies oder das schon probiert hätte, oder jenes, verschrieb mir dann eins und dann sagt sie noch, dass sie im Urlaub ist und wenn was ist, soll ich an der Anmeldung anrufen und sagen, dass es mir scheiße geht und ich zu einem anderen Arzt muss (als ob ich das machen würde).
Zudem fragte sie mich noch, ob ich suizidal wäre. Sie saß mit dem Rücken zu uns am PC, und ich nur so: Ehm… ne…. (Blickwechsel mit meiner Therapeutin, immer leiser gesprochen..) nicht so… manchmal… Dann hat niemand mehr etwas dazu gesagt. Gott sei dank.
Sie hat uns noch verabschiedet und wir sind gegangen.

Aus den Blicken meiner Therapeutin konnte ich die ganze Zeit schon lesen, dass sie etwas verwirrt war und nicht besonders angetan von meiner Psychiaterin. Sowas in der Art hat sie mir dann auch gesagt, also dass sie die irgendwie komisch und unsympathisch und etwas unkompetent findet…

Naja, sie hat mir dann Dipiperon verschrieben, nicht gesagt welche Dosis, wann, wie das wirkt und worauf ich achten muss und so weiter. Musste dann nochmal hinterher rennen…
Und jetzt habe ich mir die Nebenwirkungen und alles durchgelesen. Ich dreh am Rad.. ich will die  nicht nehmen!!! Das ist alles so krass…
Hat jemand von euch Erfahrungen damit? Gute oder schlechte?
Ich habe meiner Therapeutin geschrieben, dass ich Angst habe, das zu nehmen..

Ansonsten war mein Tag bis jetzt ziemlich gut, nach dem Termin habe ich eine Freundin besucht, wir haben Pizza gemacht, was sehr lustig war, da sie nicht tief gefrohren war und wabbelig und so weiter 😀
Und danach war ich noch mit A. auf dem See mit dem Tretboot, das war auch seeeeeeehr lustig, denn es gibt von uns so eine Vorgeschichte. Als wir in der 5. Klasse waren habe wir einen Klassenausflug gemacht und sind mit einem Ruderboot auf dem See gewesen und sind nicht mehr runter gekommen und mussten abgeschleppt werden 😀 Seit dem hat sie Angst mit mir aufs Wasser zu gehen, aber ging alles gut! 😀

Ich bin durcheinander, tut mir leid, dass es sich in dem Text widerspiegelt…

Wieder eine neue Psychiaterin…

Morgen früh hab ich n Termin bei einer Psychiaterin, wegen Tabletten.
Neue Ärztin, neue Tabletten. Auf ein neues..
Ich hab ein wenig Angst, was ich ihr erzählen kann, ohne Angst haben zu müssen, da bleiben zu müssen…
Und ich hoffe, das ich überhaupt was erzähle.
Die denkt doch eh schon, dass ich bekloppt bin. Erst ruft meine Therapeutin da an, macht n Termin für mich,
weil ich mich nicht getraut habe, und dann sage ich den Termin ab weil ich bis halb 5 Schule hatte den Tag.
Allerdings war das ja mit dem Absagen auch nicht so einfach, da ich nicht wusste, dass die nur 2 Tage die Woche in der Ambulanz ist
und sonst auf ihrer Station..

Mal gucken, was das wird…