Zu viel

Es ist einfach zu viel. Und ich bin alleine mit dem scheiß.

Hab mich heute endlich getraut, auf Station anzurufen und nach meiner Therapeutin zu fragen. Nun weiß ich, dass sie diese Woche Urlaub hat. Lieblingspflegerin auch. Warum sie letzte Woche weder ans Telefon ging noch auf meine Mail geantwortet hat konnte mir keiner sagen. Genug Platz in meinem Kopf für die schlimmsten Phantasien, für die Verlassenängste und allein sein müssen… 

M., meine Bezugsbetreuerin, ist da. Nachher haben wir ein Gespräch. Sie weiß von einem Rückfall.. nun sind es 3. Angst, wie sie reagiert. Angst, in die Klinik zu müssen. Aber Akutstation hilft null. Die ballern mich mit Medikamenten weg und sperren mich ein, wenns sschwierig wird. Und wenn ich einen Rückfall habe, bestrafen sie auch noch. In Bezug auf der Essstörung sagen sie, dass das nicht ihr Gebiet ist und die da keine Kapazität für haben. Nunja, das werde ich M. dann später auch so sagen. 

Ich will wieder in die Klinik, wo ich dieses Jahr schon mal 14 Wochen war. Ich hoffe so sehr, bald wieder hin zu können. Das ist das einzige, was hilft. 

Es ist einfach zu viel für meinen Kopf. Die Stimmen, Gedanken, Anspannung, Druck, viele Gefühle… es ist zu viel und ich bin überfordert… weiß nicht wohin damit… es ist einfach zu viel und zu laut in meinem Kopf. 

Wollt ihr wissen, wie das Gespräch mit M. war? Dann würde ich heute Abend berichten… 

‚Du MUSST..‘

‚Du MUSST dich endlich selbst verletzen. Und zwar nicht so kleine Kratzer, wie die letzten Male. Du musst endlich beweisen, dass du es noch kannst. Dass du nicht nur so daher geredet hast. Du musst zeigen, dass es wirklich so ist. Dass die ‚Sorge‘ und der Vertrag nicht unnötig ist. Zeig es allen! Du kannst es doch noch, oder? Beweis es. Oder sie werden dich irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Dann hast du Pech!
Und sag, dass du deine Tabletten wieder normal haben willst. Dass du damit umgehen kannst und nicht sammelst. Und dann sammel. Bis du genug hast, um dich umzubringen! Du kannst es doch noch, die Menschen manipulieren?! Zeig es! Los!
Ich verbiete dir, ehrlich zu sein. Du kannst nicht so weiter machen, wie bislang. Wohin sollbdad führen?!
Das geht so nicht weiter!
Du Versagerin!‘

Ja. Die Stimmen sind wieder laut. Aber ich kämpfe. Morgen muss meine Betreuerin mit meiner Psychiaterin telefonieren und erzählen, wie es mir geht. Was soll ich nur sagen?

Still fighting

Ich habe also als erstes meiner gesetzlichen Betreuerin davon erzählt, dass die Stimmen wieder da sind. Weil sie die einzige in meinem Momentanen Umfeld ist, die das vom letzten Jahr kennt und Bescheid weiß. Erst wollte ich nicht, dass sie es irgendjemandem sagt und schon gar nicht zum Arzt gehen. Irgendwie hat sie mich dann überzeugt bekommen, dass ich mit ihr hin gehe und mir helfen lasse. Sie sagt, so biete ich den Stimmen die Stirn und ergebe mich nicht kampflos. Dann habe ich gemeint, dass die hier aus der Einrichtung ja dann auch Bescheid wissen müssten, zumindest mein Bezugsbetreuer. Ich konnte ihm das allerdings nicht sagen. Am nächsten Tag hat sie dann mit ihm telefoniert mit meiner Erlaubnis und ihn darüber in Kenntnis gesetzt. Dann hat sie bei meiner Ärztin einen Notfalltermin gemacht und so konnten wir Freitag hin. Am Telefon sagte sie schon,  dass sie das Olanzapin hoch setzten möchte. Aber dass wir das beim Termin besprechen.
Donnerstag hatte ich dann einen Termin bei meinem Bezugsbetreuer und er hat gefragt, wie das so ist mit den Stimmen, wie es mir geht usw.. Konnte einigermaßen drüber reden, aber es war schwer. Hab ihm gesagt, dass ich Angst habe, wieder in die Klinik zu müssen und/oder mit Tabletten voll gestopft zu werden. Er hat gesagt, dass wir es erstmal so mit Tabletten versuchen und wenn das nichts bringt, schauen wir weiter.
Freitag beim Termin habe ich mich erstmal nicht getraut, was zu sagen, anfangs hat meine Betreuerin geredet. Dann hat die Ärztin mich einiges gefragt und mit Schwierigkeiten konnte ich etwas drüber reden. Sie hat auch meine Bedenken bezüglich des Olanzapins verstanden und gesagt, dass man nicht nur zu nimmt, wie meine Befürchtung und Erfahrung war, sondern dass es auch negativ den Stoffwechsel und die Blutfettwerte beeinflusst. Sie hat gesagt, dass das ja schon ein gravierendes Problem sei und wir unbedingt etwas machen müssen. Ich soll das jetzt mit den Tabletten probieren und nächste Woche berichten, wie es mir erging. Achso, ich bekomme nun Risperdal.
Freitag war ich dann den ganzen Tag fast mit meiner Betreuerin unterwegs, weil ich Ablenkung brauchte. Es war so laut in meinem Kopf… Weil ich mir Hilfe geholt habe und nicht nachgebe.
Beide sagten aber, dass sie stolz auf mich seien, weil ich geredet hab und nicht einfach darüber schweige. So bekämpft man die Stimmen schonmal.
Und trotzdem komme ich mir immer noch total verrückt vor, wenn ich darüber rede/schreibe. Obwohl die Ärztin auch sagte, dass das nicht so ungewöhnlich sei bei einer Borderline-Erkrankung.
Heute hatte ich wieder einen Absturz. Die Stimmen waren selbst in Gesellschaft da und ich konnte nichts sagen. Kaum war ich alleine, hab ich geschnitten. Die Suizidgedanken waren zeitweise so stark, dass ich froh war, nicht allein gewesen zu sein. Im Nachhinein. In dem Moment hätte ich gerne nach gegeben.
Aber ich kämpfe, gebe nicht auf.

The voices are back…

Nun… Leider geht’s mir nicht mehr so gut. Ehrlich gesagt wundert es mich auch nicht, nach diesem langen Hoch.
Die Stimmen sind wieder da, seit vorgestern. Wir sind seit letzter Woche Mittwoch auf Freizeit, fahren morgen wieder heim. Die ersten Tage war alles super, doch jetzt… Die Stimmen sind so laut und ich diese Nacht alleine im Zimmer. Ich weiß nicht, ob ich die Nacht unbeschadet überstehe. Aber ich gebe mein bestes.
Ich darf nicht darüber reden, dass sie zurück sind. Nicht mit Betreuern oder Ärzten. Es ist zu gefährlich, die Konsequenzen könnten zu groß sein. Aber noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind.
Ich hoffe, ich komme aus dem Loch wieder raus, die Stimmen verschwinden wieder.

Zu viel Angst, zu viel in meinem Kopf

Seit dem 3.7. bin ich aus der Klinik entlassen. Bin abgehauen und wurde dann entlassen. Nach 15 Tagen mit Höhen und viele tiefen, sogar einem Suizidversuch…
Ich komme soweit klar, zumindest die letzten Tage. Aber die Stimmen sind wieder so präsent und laut. Gestern musste ich wieder zum Nähen, sogar subkutan 😦
Keine Ahnung, wie es weiter gehen soll. Ich hab einfach so Angst. Angst, vor der Ausbildung. Angst, wie es weiter geht. Ich fühle mich noch nicht bereit, um eine Ausbildung anzufangen. Es macht mir Angst. Und dann noch die Stimmen in meinem Kopf….

Desorientiert

Sie wacht weinend auf und überlegt, ob sie zur Schule, zur Morgenrunde oder zur Arbeit muss. Ob Wochenende ist oder Ferien. Shläft ein und wacht auf. Alles von vorne. Wo bin ich? In der Klinik? Wie komme ich dahin? Nein, doch nicht. Wo bin ich dann? Was mache ich hier? Bin ich in einer anderen Klinik? Nein. Auch nicht. Ich bin in meinem Zimmer. Aber bin ich alleine? Ich hore stimmen. Ist hier jemand? Hallo?
Verwirrt schläft sie wieder ein, Träumt komische Dinge, wacht schweißgebadet auf.
Hallo? Hört mich niemand? Wo bin ich?

Sie schläft wieder ein. Wacht auf, als es hell ist. Ist immer noch verwirrt,  wusste aber, wo sie war. Nach ein paar Minuten auch, was los ist. Dass sie einen Termin hat.

Soziale Kontakte

Ich hab, gerade die letzten Tage und durch das Familiengespräch mit meinrr Therapeutin,  gemerkt, dass ich mich mehr und mehr isoliere. Und dass ich das ändern möchte und muss, wurde mir klar. Da kam es mir gerade gelegen, dass ich mit meinen Mädels aus der Realschule eine andere von uns besuchen fuhr. Sie ist im Sommer in eine andere Stadt gezogen, um dort eine Ausbildung zu machen. J. Wusste nur, dass L. Kommt, nicht dass M. Und ich mit kommen. Und es war so schön, wie sie sich gefreut hat, uns alle zu sehen (Die letzte aus unserer Gruppe konnte leider nicht mit). Aber sie hat sich so gefreut, hat den ganzen Hausflur zusammen geschrien vor Freude 🙂 Richtig toll 🙂
Und ich habe mich auch richtig gefreut, mal raus zu kommen und was anderes zu sehen. Wir hatten Spaß, es war richtig schön, doch die Stimmen halten einfach nicht ihre Fresse. Den ganzen Tag ging es, durch die Ablenkung, aber jetzt wo alle schlafen sind, bin ich echt froh, nichts zum schneiden mit genommen zu haben. Ich liege hier und warte auf die Wirkung meiner Medis.
Können die Stimmen nicht mal ihre fresse halten? Warum gönnen sie es mir nicht? Menno :((