04.06.2019 – es nervt mich so

Es nervt mich einfach so. Diese ständigen Suizidgedanken, obwohl nichts dramatisches passiert ist. Oft kommen die Gedanken: „Ja da sterbe ich lieber!“ Weil irgendwas nicht gut läuft. Oder nicht mal wirklich schlecht läuft, aber anders als es geplant war oder ich mir vorgenommen habe. Das nervt mich so dermaßen. Ich verstehe es auch nicht. Das ist doch Quatsch. Und vor allem habe ich mich doch für das Leben entschieden und nicht dagegen. Es hinterlässt jedes Mal wieder 2026381 Fragezeichen in meinem Kopf und ich weiß nicht, was ich mit diesen Gedanken anfangen soll. Wollen sie mir was sagen? Mich auf etwas hinweisen? Wenn ja, finde ich es nicht raus, momentan.

Morgen ist wieder Psychotherapie. Und meine Motivation liegt bei -1000. Und ich weiß ebenfalls nicht warum. Es ist ja nichts dramatisches. Eine 3/4 Stunde reden über Depression. Meine Depression. Über Fakten der Depression. Symptome. Diary Card. Aber die Diary Card hab ich seit letzter Woche nicht einmal ausgefüllt. Mal schauen, was er dazu sagt.

Und es nervt mich, dass ich so viel vergesse. Wirklich vergesse. Wie ausgelöscht.

Es nervt mich auch, dass ich alles immer auf den letzten Drücker machen (muss), weil ich es vorher vergessen habe.

Es nervt mich, dass mir im Moment so vieles zu viel ist. Viel zu schnell viel zu viel.

Und es nervt auch, dass ich heute seit Ewigkeiten wieder verschlafen habe und diese Konsequenzen jetzt machen muss. Ich hab doch so schon keine Kraft und viel zu tun…

Und es nervt mich, dass mich alles (so viel) nervt.

28.05.2019 – kein guter Tag

Heute war es sehr anstrengend. Bzw. Nicht der ganze Tag, wenn ich so drüber nachdenke. Der Vormittag war okey. Das putzen fiel mir leicht. Mein neues Handy kam. Das Mittagessen war lecker.

Aber dann. Um 14 Uhr hatten wir Plenum. Nein, eigentlich fing es damit an, dass der Nachmittag ganz anders geplant wurde von den Betreuern und mich das schon überfordert hat. Dann war das Plenum. Normal dauert das 30 – 60 Minuten und es sind 2 Betreuer dabei. Heute waren ALLE Betreuer dabei. Was mir mega Angst machte. Das letzte Mal hatten wir so eine Versammlung bei dem Suizid der Mitbewohnerin letztes Jahr. Nun gut, so schlimm war es nicht. Aber es war schwer auszuhalten. Es ging um Konflikte mit einer Betreuerin bzw. Der Hauswirtschafterin, mit der ich eh so meine Probleme hab. Ich konnte es kaum aushalten, zu hören, wie nett sie zu anderen ist und zu mir nicht. Ich wollte mehrmals einfach raus laufen. Und das ganze ging 2 Stunden. Auch noch mit anderen Themen. Aber es war einfach so viel. So viel Ärger, Wut, Angst. Achso und eigentlich fing es nach dem Mittagessen an, als der Leiter bei mir klopfte und mich zum Gespräch bat. Wieder Panik. Es ging um den internen Umzug. Ich muss ins Nachbarhaus ziehen, wo die „älteren“ wohnen, damit hier im Haupthaus die neuen wohnen können. Angst, Panik, Überforderung, Unsicherheit usw… da ging ich schon mal super ins Plenum.

Als das dann zu Ende war, und die Skillgruppe zum Glück ausfiel, war es 16 Uhr. Um 17 Uhr hatte ich dann Einzel bei meiner Bezugsbetreuerin. Sie war zu spät und ich schon mega pissig und in Anti-Haltung und dann gings anfangs auch noch um das Problem mit der Hauswirtschafterin. Ich wollte wieder weg laufen. Aber ich bin geblieben.

Dann ging es um Sicherheit, wie ich im neuen Zimmer Sicherheit schaffen kann. Aber auch, wie ich innere Sicherheit erschaffen kann, damit ich von äußerer Sicherheit nicht komplett abhängig bin.

Und es ging noch darum, dass ich ja nach außen hin so stark wirke, so unverletzlich und selbstbewusst, selbstsicher. Als wüsste ich, was ich wolle. Als wäre ich mit sicher, ich könne alles schaffen, was ich will. Aber dass es gar nicht so ist. Dass ich zerbrechlich und sehr ängstlich bin. Sehr unsicher und voller Selbsthass. Dass das meine Maske ist. Perfekt antrainiert seit der Kindheit und nun, wo ich sie los lassen will, kann ich es nicht. Es läuft automatisch und ich bemerke es oft, meistens, nicht.

Danach war ich einfach nur komplett fertig. Ich weiß nicht, was ich die Zwut danach gemacht hab. Irgendwann gegen 20 Uhr hab ich mir Joghurt mit Obst gemacht und ein wenig mit einer Mitbewohnerin gezockt. Seit 2 Stunden liege ich im Bett und wünsche mir, wie den ganzen Tag schon, tot zu sein. Und bis vor einer halben Stunde war ich mir sicher, dass ich mich selbst verletzen müsse. Doch ich hab mich dann bewusst dagegen entschieden und eine App zur Hilfe genommen, um etwas positiver denken zu können. Die App hat mir eine Übung gezeigt, die mir helfen soll. Das Läxheln. Das Gehirn schüttet Endorphine aus, auch wenn einem gar nicht danach ist. Und ich hab meine Medis genommen und noch eine Zopiclon dazu. Und schreibe jetzt hier.

Ich gebe den Suizidgedanken keinen Raum heute Nacht. Ich verletzte mich heute Nacht nicht selbst. Nur für heute. Morgen kann ich neue Entscheidungen treffen.

Schlaflos

Nun geht es seit Wochen schon so, dass ich Nachts kaum schlafen kann. Aus Angst. Fühle mich nicht sicher. Bin so müde, doch wenn ich mich zum schlafen hinlege, bin ich wieder hellwach .. Immerzu müde, aber nicht richtig schlafen können… es schlaucht. Es zerrt an den Nerven. Nachts ist alles eh immer schlimmer, und dann ewig wach zu liegen ist richtig scheiße! 

Heute habe ich einen Brief bekommen aus der Klinik, vorrausichtlich ist die Aufnahme im Februar/März. Super… meine Therapeutin hat geantwortet, dass es Februar wird, vielleicht spontan früher. Auf das alles, was gerade los ist und was problematisch ist, hat sie gar nicht reagiert. Nicht mal auf die Suizidalen Gedanken. Sie hat nur geschrieben, wenns gar nicht geht, muss ich in die Akutklinik. Aber das will ich nicht… fühle mich so allein gelassen, nicht ernst genommen. Ich liege jetzt wieder wach, mache mir Gedanken, weine mit die Augen aus dem Kopf und weiß nicht weiter… danke für nichts! 😦 

Habe die letzten 2 Wochen im Wohnzimmer geschlafen, weil die Angst dort anfangs weniger war und die Albträume auch weniger waren. Aber jetzt ist es dort genauso schlimm. Jetzt liege ich in meinem Bett, mit dem Laptop, schau Dokus und will einfach nur schlafen 😢

Depressive Phase

Ich dachte ja, Weihnachten hätte sie durchbrochen. Die Tage, als ich bei meinen Eltern war, war soweit alles okey. Aber seit ich wieder zu Hause bin, ist alles wie vorher und schlimmer. Ich schlafe den ganzen Tag, kann die ganze Nacht logischerweise nicht schlafen. Kann mich tagsüber aber auch nicht wach halten, weil mir der Sinn fehlt und alles so unaushaltbar scheint. Also schlafen, wann immer es nur geht. Nachts fühle ich mich nicht sicher, sehr einsam. Bin nicht sicher hier und zudem niemand da zum reden. M., meine Bezugsbetreuerin, hat Urlaub bis zum 2.1. Und Therapie hab ich erst am 10.1. Wieder. Hätte zwischen Weihnachten und Silvester einen Termin haben können, aber wollte ich nicht, weil ich ein paar Tage nur Ruhe haben wollte. Da wusste ich aber auch noch nicht, dass M. Urlaub hat. Jetzt bereue ich es… ich komm aus dem Loch nicht raus. Suizidgedanken werden stärker und häufiger, drang nach Selbstverletzung manchmal kaum auszuhalten. Heute hab ich M. Geschrieben, als ich so verzweifelt war. Sie meinte, ich soll mal drüber nachdenken, in die Akutklinik zu gehen, weil ich da sicher bin. Aber die konnten mir ja im November schon nicht helfen… Hab gesagt, dass ich so schnell wie möglich in die Klinik will, wo ich war und wo auch meine Therapeutin ist. Jetzt soll ich morgen mal meine Thera anrufen und fragen, wann ich hin kann, ob es schon einen Termin gibt. Ich hoffe, ich trau mich… vielleicht schreib ich auch gleich eine Mail. Schreiben fällt Einfacher als Telefonieren… will so gern dort sein, sicher sein, Hilfe bekomme… hab so Angst vor mir.. 

So lonely…

Ich fühle mich so einsam, allein gelassen. Schaue mir Bilder von früher an, mein altes Facebookprofil – und es macht mich einfach nur traurig. Früher gings mir auch nicht gut, aber ich hatte Menschen, die immer für mich da waren. Ich hatte Spaß, Freunde mit den ich was unternehmen konnte. Wenigstens ein paar Menschen, die mich so genommen haben, wie ich war. Und heute? Sitze ich alleine da. Ohne Freunde. Zumindest ohne Freunde in meiner Nähe. Keiner, der mich abholt, wenn ich in einem Loch stecke und etwas mit mir macht. Niemand der mich zum Lachen bringt, obwohl mir eigentlich gar nicht danach ist. Niemand, der mich mal in den Arm nimmt und mir sagt, dass alles gut ist. Niemand, dem ich was bedeute. Niemand der mich braucht. Niemand, einfach niemand. Alleine mit mir und den Problemen, alleine mit dem ganzen Selbsthass und der Angst… alleine mit allem. Ich hätte gerne jemanden, den ich immer anrufen könnte, und dann vorbei kommt. Oder einfach irgendwen, der mal vorbei kommt. Aber ich habe nur die Betreuer, meine Eltern und meine Mitbewohnerin. Nicht falsch verstehen, ich bin froh, dass ich wenigstens die habe, aber die sind ja auch nicht immer da. Und meine Eltern wohnen leider etwas weg. Bin froh, wenn ich die einmal die Woche sehe, und das auch nur, weil die Klinik näher ist als die Wg.
Ach man, ich fühle mich gerade so schrecklich allein und bin so voller Selbsthass. Warum habe ich das alles kaputt gemacht? Warum? Bin ich so ein schlimmer Mensch, dass man mich nicht ertragen kann? Ja? Dann tut es mir leid, ich will niemandem schädigen oder belasten. Vielleicht habe ich es einfach nicht verdient, Menschen zu haben, die mich mögen, für mich da sind. Vielleicht muss es so sein, damit ich niemanden verletzen kann. Vielleicht sollte ich doch einfach von der Welt gehen, damit ich für niemanden mehr eine Last bin…

Kreislauf

Gestern Abend bin ich zusammen gebrochen. Es war alles zu viel.
Ich wollte nicht mehr essen, hab es abends doch getan und dann alles erbrochen. Lag zitternd auf der Wiese und konnte nicht mehr. Ich wollte auch nicht mehr. Es dreht sich alles im Kreis und nichts geht vorran. Ich kann nicht aus dem Kreislauf ausbrechen.
Mir ging es dann so schlecht, dass ich einen Abschiedsbrief an Papa geschrieben habe und habe angefangen zu weinen. Das erste Mal nach Monaten konnte ich weinen. Ich habe mich dafür entschuldigt, dass ich an seinem Geburtstag sterben werde. Mich für alles bedankt und entschuldigt, dass ich ihm so weh tue und er so leiden muss. Dann habe ich mich ins Bett gelegt, geplant, wie und wann ich mich umbringe und wollte mich wenigstens von Frau P. Verabschieden. Also habe ich sie angerufen und sie ist sogar dran gegangen. Habe ihr gesagt, dass es mir leid tut und dass ich nicht mehr leben kann und will. Habe eine halbe Stunde nur geweint am Telefon und sie blieb ganz ruhig und hat versucht, mich zu beruhigen. Sie hat ein paar Dinge gesagt, die mich zum Nachdenken gebracht haben und dazu, dass ich weiter kämpfe. Aber ich wusste, alleine komme ich damit nicht klar. Ich war so zwiegespalten zwischen leben wollen und mich umbringen. Nach dem Telefonat bin ich zum Personal und habe bescheid gesagt, dass ich starke Suizidgedanken habe. Der Pfleger hat mir Bedarf gegeben und gesagt, wenns nicht besser wird, soll ich mich melden und die Ärztin kommt. Meine Klingen habe ich dann auch abgegeben. Es hat aber nicht geholfen und die Ärztin kam. Sie sagte, es gäbe 2 Möglichkeiten: Ich gehe auf eine andere Station ins Überwachungszimmer, wo rund um die Uhr jemand auf mich aufpasst oder ich bleibe hier und es wird halbstündige Sichtkontrolle geben. Habe mich dann für letzteres entschieden. Habe dann noch ein Bedarfsmedikament bekommen und konnte irgendwann schlafen. Ich war auch so erschöpft und müde. Heute morgen war ich noch erschöpfter. Bin nicht aus dem Bett gekommen..
Heute Mittag hatte ich dann über eine Stunde ein Gespräch mit der Psychologin. Es war anstrengend und ermüdend, aber es war gut. Ich habe ihr von dem Essproblem erzählt und offen und ehrlich alles erzählt, was gestern los war und mich so weit gebracht hat. Es tat gut, dass alles los zu werden. Wir haben dann noch eine Liste gemacht, mit positiven Sachen, die ich machen kann, um mir was Gutes zu tun und eine Skillliste. Hab das alles ja so lange schleifen lassen.
Jetzt geht es mir zum Glück besser, ich habe wieder Ausgang und die Sichtkontrollen wurden abgesetzt.