Kraftlos

Das Wochenende bei meiner Familie hat mich so viel Kraft gekostet, mir meine ganze Kraft geraubt. Ich hatte doch erst neue Kraft bekommen wegen der Aussicht, bald umziehen zu können. Doch jetzt ist alles weg. Wie ausgesaugt. Ich schaff nichts. Die Wohnung sieht aus wie ein Schlachtschiff. Meine Gedanken ähneln einem Krieg. 

Ich bin so kurz davor, Mist zu machen, der alles aufs Spiel setzt. Der aufs Spiel setzt, umziehen zu können. Dabei hab ich heute die Nachricht bekommen, dass meine gesetzliche Betreuerin den Sachbearbeiter erreicht hat und der Antrag bearbeitet wird, Freitag soll sie nochmal anrufen und dann gibt es eine Entscheidung. Warum dann solche Gedanken, diese Gedanken ans Aufgeben? 

Hätte ich jetzt nicht so viel zu tun, sobald die Kartons da sind, würde ich mich in die Klinik einweisen lassen, vielleicht. Zum Schutz. Aber das geht nicht. Freitag habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin, der letzte vor dem Umzug. Ich mag sie gerne. Ich hoffe, ich schaffe es noch, ihr eine Karte zu basteln. 

Ich freu mich auf den Umzug, aber langsam kommt die Melancholie. Aber es kann nur besser werden, oder? 

Brenzliche Situation

Heute war ich mit meinem Bezugsbetreuer in der Stadt, und er fing schon wieder an, mich zu provozieren.
‚Ich habe schon wieder ohne ihre Erlaubnis jemanden angerufen!‘ So richtig provokant.
Ich bin ganz ruhig geblieben:‘ Achja, wen denn?‘
‚Frau P., ihre Psychiaterin, liebe Grüße von ihr! Sie scheint ja ganz nett zu sein.‘ In einem Ton…aaahh zum ausrasten!
Aber ich blieb weiterhin ruhig. Hatte echt keine Lust, mich in der Stadt zum Affen zu machen. ‚Achja, und warum?‘
‚Ja wegen ihren Medikamenten. Den Bedarfs-Medis. Da stand so viel, das war mir nicht recht, jetzt hat sie 2 gestrichen.‘
JA DANKE, NEHMEN SIE MIR RUHIG NOCH DAS LETZTE, WAS MICH VOR SCHLIMMEREN BEWAHRT. Aber ich bin ruhig geblieben, auch wenn es in mir tobte.
‚Aha und was?‘
‚Ja, das weiß ich nicht genau. Aber ich habs mir aufgeschrieben, sag ich Ihnen, wenn wir im Büro sind.‘
Guuut, angepisst bin ich immer noch, aber ich fands nicht ganz so schlimm wie gestern. Aber scheinbar hat er nichts verstanden. Nicht ansatzweise.
Heute morgen habe ich mit Frau Pu. geredet, meine Lieblingsbetreuerin aus dem Frühdienst. Sie meinte allerdings, ich solle mich nicht so anstellen und nicht ünertreiben. Ich konnte nicht mal erzählen, was los war, weil sie meinte, sie wisse alles, sie hatte Nachtdienst und er hatte ihr das in der Übergabe gesagt.
Ja toll. Dann hab ich gesagt, dass er sicher nicht erzählt hat, wie er mich die ganze Zeit provoziert hat. ‚AAAAch das kann der gute Herr B. doch gar nicht! Der ist doch immer so ruhig und lieb!‘
Jaja, Arsch lecken. Schön, wie mir keiner glaubt. Habe das Gespräch dann beendet, weil ich echt keine Lust hatte, wieder so wütend wie gestern zu werden.

Als wir dann aus der Stadt kamen, sind wir ins Büro, um den Bedarf, der abgesetzt wurde, aus dem Umschlag für die nächsten 2 Wochen zu nehmen und wollten ihn eigentlich ersetzen. Naja, wie ich schon schrieb, war das Ersatzmedikament leer. Er sagte, nächste Woche würde neues kommen – ich könnte ja dann von meinen Eltern her fahren und noch was abholen. Ja klar, ich fahr eben 100 km um mir Tabletten zu holen, weil die es nicht geschissen kriegen, rechtzeitig welche zu bestellen!
Ich habe dann das abgesetze Medikament zurück in die Schachtel getan und wollte die Schachtel behalten, meinte, es wäre ja schließlich meins und zum weg schmeißen zu schade. Da hat er gesagt, ich soll es ihm geben. Ein paar Mal. Da wurde ich irgendwann trotzig, er wollte meinen Vater anrufen oder die Polizei, damit sie mir das mit Gewalt weg nehmen. Und fast wären mir die Sicherungen durch gebrannt und ich hätte sie alle auf einmal genommen, aus Trotz und um ihm zu zeigen, dass es sehr wohl meine sind und ich sie haben kann, wenn ich will.
Zum Glück habe ich es nicht gemacht! Da hätte ich mir ein Eigentor geschossen und die nächste Zeit in der geschlossenen verbracht, und wäre vielleicht sogar hier raus geflogen. Ich hab ihm die Medis dann gegeben, obwohl ich sie so gern behalten hätte.

Sagt mir, wie soll ich es lernen, verantwortungsbewusst mit Medikamenten umzugehen, wenn ich nie die Chance habe, es zu zeigen? Wenn ich nie beweisen kann, dass sich in dem einen Jahr was getan hat? Oft genug hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich überzudosieren, aber hab ich es getan? Nein! Warum gibt mir niemand die Chance, es zu beweisen? Zu zeigen, dass es klappt? Oder wenigstens die Möglichkeit, es zu probieren. Aber nein, alle sagen immer nur, sie können das nicht. Aber die Chance, Möglichkeit, es zu lernen, bekommen ich auch nicht!

So, genug gemeckert. Ich hab meine Medis genommen und werde jetzt noch ein wenig lesen und dann schlafen. Gute Nacht 🙂

Stressiger Tag

Heute Nachmittag hatte ich ziemlichen Stress mit meinem Bezugsbetreuer – mal wieder.
Gegen Nachmittag rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass mein Bezugsbetreuer sie angerufen habe. Er wollte fragen, ob er die Tabletten für 2 Wochen stellen muss oder ob es reicht, wenn er die für eine Woche stellt, und den Rest in nem Briefumschlag mit gibt und meine Eltern die dann stellen können für die zweite Woche. Und ob sie mir die Tabletten einteilen und verwalten würden. Und irgendwas hat er gefaselt wegen Geld, ob es reicht, wenn er mir den Rest Verpflegungsgeld mit gibt oder so.
Als Mama mir das erzählt hat, bin ich fast ausgerastet! Wieso fragt er nicht mich, bevor er meine Eltern anruft? ICH nehme schließlich die Tabletten und ich bin durchaus in der Lage, die selbst zu stellen. Das weiß er auch, mach ich ja hier im Büro auch andauernd. Außerdem war ich sehr angepisst, dass er das hinter meinem Rücken getan hat.
Ich habe ihn dann angerufen und gefragt, was das soll. Er ist dran gegangen und ich meinte: Meine Eltern haben mich angerufen. Und er: Aha, warum?
JA ALS OB SIE DAS NICHT WÜSSTEN!
Der hätte mir das nicht gesagt. Er meinte daraufhin, als ich fragte warum er nichts gesagt hat, dass er schließlich anrufen könnte, wen er wollte und mir keine Rechenschaft ablegen müsste. Nur dass er damit mein Vertrauen gebrochen hat, ist ihm wohl nicht bewusst. Und das nicht zum ersten Mal! Genau die gleichen Probleme hatten wir schonmal, dass er was hinter meinem Rücken gemacht hat, und mich nicht informiert hat. Danach haben wir eigentlich beschlossen, dass er mich wenigstens informiert. Weil wir damals ewig lange richtig Stress hatten. Zudem hat er mir mal wieder nicht zu gehört, denn ich hatte ihm bereits vor Wochen gesagt, dass ich nur eine Woche bei meinen Eltern bin und die zweite Woche in Aachen bei einer Freundin. Wüsste er nichts von, hätte ich ihm angeblich nicht erzählt. Das habe ich jedem hier erzählt, jedem!!
Als ich später bei ihm im Büro war, um meine Medis zu stellen für die 2 Wochen (Ja, ich kanns scheinbar schon…), hab ich ihn nochmal gefragt, warum er meine Eltern angerufen hat. Erst meinte er, er würde so gern mit den telefonieren. Da meint ich nur, jaja witzig, und warum wirklich? Er: Ja ich wollte mich vergewissern wegen den Medis, dass ihre Eltern drauf achten und fragen, ob ich die stellen muss oder ob ihre Eltern das machen können.
JA ICH NEHME DIE TABLETTEN; NICHT MEINE ELTERN! VIELLEICHT SOLLTEN SIE MICH VORHER MAL FRAGEN; BEVOR SIE MEINE ELTERN ANRUFEN; HINTER MEINEM RÜCKEN! FALLS SIE ES VERGESSEN HABEN; ICH BIN EINE ERWACHSENE FRAU UND KEIN KLEINKIND; ÜBER DAS MAN ENTSCHEIDEN MUSS!!!
Da sagte er nur: Ahja.
Ich dachte ich dreh durch! Provoziert der mich weiter, statt mit mir zu reden und das zu klären!
Dann wollte er mir die Medis nicht geben. Ich würde die Samstag oder Sonntag von seinem Kollegen bekommen. Und mein Geld wollte er mir auch erst nicht geben. Da hab ich ihn gefragt, was er denn bitte denkt. Dass ich jetzt zu Rewe gehe und mir 10 Pullen Wodka kaufe und damit die ganzen Tabletten runter spüle. Da hat er eiskalt gesagt: Solange sie hier sind, passiert nichts und wir passen auf. Wenn sie am Sonntag weg fahren, ist mir scheiß egal, was sie dann machen mit den Tabletten!
Ich hab gedacht ich hab Halluzinationen. Ehrlich, war das sein Ernst? Scheinbar schon!
Bin dann irgendwann gegangen, hatte ja eh keinen Sinn mehr. Geld hab ich dann noch bekommen.
Habe dann noch eine andere Betreuerin getroffen und mit ihr geredet und sie ist auch der Meinung, dass das nicht oke ist. Nicht, was er hinter meinem Rücken macht und erst recht nicht, was er sagt. Sie wüsste auch nicht, was mit dem los sei. Denn sonst ist der so eigentlich nicht. (Vor ein paar Wochen hat er, als es mir ziemlich schlecht ging, allerdings gesagt, dass er froh ist, wenn ich endlich weg bin, in der Klinik, und er mich los ist. Aber eigentlich ist der wirklich nicht so.)Ich solle morgen noch mal in Ruhe mit ihm reden, wenn die Gemüter sich wieder etwas beruhigt haben und einen Vetrag mit ihm machen, dass er nichts mehr hinter meinem Rücken macht. Ja, das wollte ich letztes Mal schon, denn ich muss auch immer irgendwelche blöden Verträge mit den machen, aber er wird den nicht unterschreiben. Wollte er letztes Mal schon nicht. Er sieht es einfach nicht ein.

Vor Frust bin ich später noch bei Aldi einkaufen gegangen und hab total tolle Sachen gefunden. 3 Kuschelpullis, für je 3 Euro!
Ein Aquarell-mal-Set zum lernen, ein Zeichen-lern-Set, Acrylfarbe, und ein Buch für Acrylmalerei.

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Die Malsachen werde ich mir schön in Geschenkpapier einpacken und mir selbst zu Weihnachten schenken 🙂 Mache ich jedes Jahr, letztes Jahr gab es einen Karton voller Bücher 🙂
Die Malsachen passen ja gut zu meinen Vorsätzen für das neue Jahr, womit ich ja eigentlich jetzt schon angefangen hab. Was ich aber ganz gut finde =) Man sagt viel zu oft ‚Morgen fang ich damit an‘ und sagt es immer wieder, schiebt es immer wieder vor sich her.

Die letzten Tage

Am Mittwoch habe ich also allen Mut zusammen genommen und meinem Bezugsbetreuer erzählt, dass ich wieder Tabletten gesammelt habe. Nicht ohne mir vorher noch ein paar zur Beruhigung einzuschmeißen. Ich habe gesagt, dass es mir leid tut und ich das nicht mit Absicht mache. Dass ich den Vertrag nicht brechen wollte, es aber unheimlich schwer für mich ist. Es tat ihm leid, dass es nicht klappt und er wusste nicht so genau, was er sagen sollte. Die Tabletten musste ich natürlich abgeben. Es war alles andere als leicht! Aber ich war zugedröhnt, dadurch ging es… hinterher bin ich beim Tv schauen eingeschlafen und er rief an. Sagte meiner Mitbewohnerin, dass mit den Tabletten alles normal weiter läuft und er mit meiner gesetzlichen Betreuerin telefoniert habe. Sie wären sich einig, dass ich mich an den Vertrag gehalten habe und alles normal weiter geht. Später rief er nochmal an, ich schlief immer noch, und er ließ ausrichten, wer Nachtdienst hat, und dass ich mich jederzeit melden könnte, Bedarf bekommen könnte. Aber ich schlief auch so, sogar ohne Nachtmedis. Die habe ich dann am nächsten Tag abgegeben, weil ich erst nachts aufgewacht bin und am nächsten Tag arbeiten musste. Ich wäre sonst nicht raus gekommen.
Am Donnerstag hatte ich dann morgens weniger Lust zu arbeiten, doch ich habe mich gezwungen. Was ganz gut war, denn im Endeffekt wars gut und hat mir Spaß gemacht 🙂 Abends hatte ich dann noch ein sehr tiefgründiges Gespräch mit einem Betreuer, in dem es auch um früher ging. Was passiert ist, wie ich war und wann ich mich so verändert habe, wann alles anfing. Das wühlte mich ziemlich auf, brachte mir sehr zum Nachdenken und ich habe Verbindungen gezogen über Zusammenhänge, wo ich nie wirklich drauf gekommen bin. Aber es hat leider auch sehr aufgewühlt und das Buch, was ich gelesen habe, hat es nur noch schlimmer gemacht und ich habe den Verstand verloren. Habe ziemlich tief in der Kisten der destruktiven Mittel gewühlt und benutzt. Medis halfen nicht und ich hatte Angst, den Verstand zu verlieren. Dennoch habe ich mich nicht getraut, den Nachtdienst anzurufen. Wusste nicht, wie sie mir hätte helfen können. Die Nacht war dementsprechend sehr schlecht und der Freitagmorgen noch schlechter. Ursprünglich wollte ich weg fahren, aber mir ging es so schlecht, dass ich am liebsten abgesagt hätte. Eine Betreuerin hat dann noch angerufen und gefragt, ob alles ok sei und dass ich mich gerne melden könne, wenn ich noch reden wolle, bevor ich fahre. Später habe ich sie dann nochmal angerufen und sie kam vorbei. Sagte, dass sie es irgendwie im Gefühl hatte, dass was nicht stimmt, auch weil sie meinen Facebookstatus gelesen hatte. ‚Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint..‘. Wir haben geredet und ich habe gesagt, dass ich nicht da schlafen kann, wo alles passiert ist und weg fahren wollte ich sowieso nicht. Habe dann mit ihr angesprochen, dass ich zu einer Freundin zum Geburtstag fahre, dort schlafe, kurz meine Eltern besuche und dann zurück komme. Weder dort auf die Feier gehe, noch da schlafe. Meine Mutter habe ich dann angerufen, als sie dabei war und das mit ihr besprochen. Da meine Familie von nichts weiß, was früher passiert ist, musste ich auf eine Notlüge zurück greifen. ‚Ich halte das mit so vielen Menschen in einem Festzelt den ganzen Abend nicht aus. Mir geht’s sowieso nicht gut.‘. So richtig gelogen war es nicht mal, ich hätte mich vermutlich eh jur gequält, da zu bleiben, um Papas auftritt zu sehen. Sie meinte, es wäre oke und ich sollte mir keine Gedanken mache. Lieber haben sie es, wenn ich ehrlich bin und offen sage, was los ist, als dass ich mich quälen muss.
Danach hat Frau P. mir noch gesagt, dass ich ihr immer über Facebook schreiben könnte und mir sogar ihre Handynummer gegeben, damit ich mich immer melden kann, wenn was ist. Ich mag sie so sehr, sie ist so lieb und macht so viel! Und ist erst erst 24, und eigentlich nicht mal richtig Betreuerin. Sie ist Hauswirtschafterin in der Tagesstruktur. Aber übernimmt viel Betreuungskram. Dann hat sie mich zum Bahnhof gefahren und ich bin zu M. gefahren. Ich hab mich sehr gefreut, sie wieder zu sehen. Allerdings war es auch anstrengend. Sie redet sehr viel, will immer Aufmerksamkeit und das war alles sehr schwer, gerade weil es mir selbst nicht so gut ging. Habe dann dort geschlafen und heute hat sie mich zu meinen Eltern gefahren. Dort haben wir gefrühstückt und sind dann nochmal zu M., da ich meine Mediriegel mit den Medis vergessen hatte und ein Betreuer mir vorher noch gesagt hatte, dass die Dinger sehr teuer sind und ich sie nicht verlieren soll. Hatte ich nie. Also wollte ich nicht ohne auftauchen und wir sind den riesen Umweg gefahren und haben usn dann auch noch verfahren.
Als ich dann wieder hier war, war ich ruhiger. Wir waren mit meinem Bezugsbetreuer spazieren und einkaufen und haben bis eben einen Film geschaut. Wie es mir gerade geht, weiß ich nicht genau. Mir ist im Moment alles so gleichgültig und ich bin so niedergeschlagen. Doch dazu später mehr.

Vertrag gebrochen

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Diesen Vertrag musste ich bezüglich des Tabletten sammelns unterschreiben. Ich musste, alles andere ging nicht. Kurz ging es auch gut, doch seit einiger Zeit läuft es aus dem Ruder. Ich kann nicht anders, als zu sammeln. Manchmal steht das sammeln gar nicht im Vordergrund,  sondern ich kann die Tabletten dann einfach nicht nehmen, weil ich es nicht verdiene. Und bevor ich sie im Klo runter spüle, sammel ich sie doch lieber. Wäre doch sonst Verschwendung. Doch das schlechte Gewissen bleibt nicht aus. Ich habe den Vertrag unterschrieben, ja, aber ich war gesteuert von der zerstörerischen Seite in mir. Die nutzt jede Chance, an Tabletten zu kommen, zu sammeln, mich zu bestrafen und andere zu hintergehen. Vielleicht sogar zu manipulieren. Und ich kann diese Seite nicht steuer. Im Moment schlechter denn je. Aber die Sicherheit, Tabletten zu haben, verringert das schneiden und kotzen. Ich würde hier nie eine Überdosis nehmen, dessen bin ich mir sicher. Aber mal hier, mal da, eine mehr um mich zu betäuben, das ist drin. Und Sinn und Zweck der ganzen Sache. Doch das schlechte Gewissen bleibt, obwohl mich die Sammelei und das Betäuben manchmal rettet. Doch das würde niemand verstehen. Und egal, was ich jetzt machen würde, es würde alles nur noch schlimmer machen. Vertrauen wäre weg, ich würde nicht mehr eine Tablette in die Hand nehmen und vielleicht müsste ich sogar in die Klinik. Doch was mach ich nur, um mein Gewissen zu beruhigen? Ich weiß es nicht. Eigentlich helfe ich mir doch nur selbst. Ist doch nichts schlimmes bei. Doch nachdem die wissen, was letztes Jahr ablief, haben sie Angst. Ein Wunder, dass sie mir überhaupt vertrauen.
Vorhin kam zum Beispiel eine Betreuerin und meinte, dass ich ja gestern vier Tabletten Bedarf bekommen hätte und fragte, wie viele noch über wären. Ich musste schnell antworten, um nicht aufzufallen, und sagte: Keine! Dabei habe ich nicht eine davon genommen. Nicht mal meine festen Medis komplett. Das klappt seit Tagen kaum noch. Morgens muss ich sie nehmen, da werden sie mir quasie in den Mund geschoben, aber Abends klappt es einfach nicht. Ich kann auch mit keinem drüber reden. Scheiß Situation…

Kontakt

Im Moment suche ich viel Kontakt zu den Betreuern. Unterhalte mich viel mit den, mache viel mit den. Am Anfang war ich froh, wenn ich niemanden gesehen hab, doch mittlerweile bin ich froh um jede Minute, die ich mit einen von denen verbringen kann. Ich glaube, im Moment muss ich viel reden um klar zu kommen. Doch das kann ich nur, wenn es mir gut geht. Wenns mir schlechz geht, fällt es mir so verdammt schwer. Aber immerhin rede ich. Letztens bin ich sogar zu meinem Betreuer, als es mir nicht gut ging. Einen richtigen Rat wusste er nicht, doch er hat sich alle Mühe gegeben, mich den ganzen Tag abzulenken.
Ich weiß nicht, was im Moment los ist. Manchmal vermisse ich den abendlichen Kontakt zum Nachtdienst. Muss meine Tabletten ja nicht mehr jeden Abend abholen. Auch wenn ich es oft gehasst habe, Kontakt zu nem Betreuer am abend vorm schlafen gehen, das war meist schon gut. Und das mit dem regelmäßig nehmen kriege ich im Moment eh nicht so gut hin. Verbiete sie mir oft und sammel. Was ich eigentlich nicht darf. Aber dazu gibt es die Tage nochmal einen Post… ich frage mich nur, warum ich mich so nach dem Kontakt zu den Betreuern sehne. War doch lange nicht so!

‚Du MUSST..‘

‚Du MUSST dich endlich selbst verletzen. Und zwar nicht so kleine Kratzer, wie die letzten Male. Du musst endlich beweisen, dass du es noch kannst. Dass du nicht nur so daher geredet hast. Du musst zeigen, dass es wirklich so ist. Dass die ‚Sorge‘ und der Vertrag nicht unnötig ist. Zeig es allen! Du kannst es doch noch, oder? Beweis es. Oder sie werden dich irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Dann hast du Pech!
Und sag, dass du deine Tabletten wieder normal haben willst. Dass du damit umgehen kannst und nicht sammelst. Und dann sammel. Bis du genug hast, um dich umzubringen! Du kannst es doch noch, die Menschen manipulieren?! Zeig es! Los!
Ich verbiete dir, ehrlich zu sein. Du kannst nicht so weiter machen, wie bislang. Wohin sollbdad führen?!
Das geht so nicht weiter!
Du Versagerin!‘

Ja. Die Stimmen sind wieder laut. Aber ich kämpfe. Morgen muss meine Betreuerin mit meiner Psychiaterin telefonieren und erzählen, wie es mir geht. Was soll ich nur sagen?